Wer wie viel in Deutschland erbt

Martin Thaler Berater

Jeder zehnte Deutsche hat in den vergangenen 15 Jahren geerbt, zeigt eine neue Untersuchung des DIW – jedoch profitieren nicht alle gleichmäßig. Für Makler ergeben sich aus den Themen Erbschaft und Schenkungen einige Ansatzpunkte für ihre Beratung.

Onkel Dagobert Bild: Adobe Stock/Esther Hildebrandt

Reich werden wie Onkel Dagobert mittels Erbschaft? In den meisten Fällen sind die Beschenkten bzw. Beerbten jedoch schon reich, wie eine Untersuchung des DIW ergibt. Bild: Adobe Stock/Esther Hildebrandt

„Der Teufel schei*** immer auf den größten Haufen“, fasst der Volksmund lakonisch die herrschende materiellen Ungleichheit zusammen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat sich zusammen mit der Universität Vechta dieser Thematik nun etwas substanzieller genähert, kommt aber letztlich zum gleichen Ergebnis. 

Menschen mit höherem Vermögen profitieren besonders häufig von großen Erbschaften. So erhalten die reichsten zehn Prozent der Deutschen knapp die Hälfte aller Erbschaften und Schenkungen. Wer hingegen zur ärmeren Hälfte in Deutschland gehört, geht in der Regel auch bei Erbschaften leer aus: Nur sieben Prozent aller Erbschaften und Schenkungen fielen in den vergangenen 15 Jahren (2002 bis 2017) auf die ärmsten 50 Prozent, wodurch sich die absolute Vermögensungleichheit in Deutschland weiter verschärft.

Jeder zehnte Deutsche hat geerbt

Insgesamt betrachtet hat sich jeder Zehnte in den vergangenen 15 Jahren über eine Erbschaft bzw. Schenkung freuen können Grundlage der Untersuchung war eine Befragung von 15.000 Haushalten.   Insgesamt wurden über die vergangenen 15 Jahre 134 Milliarden Euro vererbt bzw. verschenkt – pro Jahr wohlgemerkt. Im Durchschnitt erbten die Deutschen im untersuchten 15-Jahreszeitraum 85.000 Euro – das waren 17 Prozent mehr als in der vorherigen 15-Jahres-Spanne. Da hier aber teils hohe Beträge den Durchschnittswert beeinflussen, ist der Median die wahrscheinlich aussagekräftigere Messgröße. Dieser lag zwischen 2002 und 2017 bei 32.000 Euro – 6.000 Euro mehr als zwischen 1987 und 2001.  

Makler als Impulsgeber

Umso ärgerlicher ist es angesichts der ungleichen Verteilung insbesondere für die weniger wohlhabenden Beschenkten oder Erbschaftsbezieher, wenn sich der Staat noch einen großen Teil des vererbten Vermögens abzweigt. Damit ein möglichst großer Teil des Vermögens in die gewünschten Hände wandert, sollten Erblasser frühzeitig aktiv werden. Makler können hier unterstützend tätig werden und ihren Kunden in Sachen Nachlassplanung den entscheidenden Impuls geben, zum Beispiel, indem sie ihnen erläutern, wie ein Vermögen steuersparend auf Erben übertragen werden kann. So bieten hier Schenkungen gegenüber Erbschaften beispielsweise den Vorteil, dass Freibeträge alle zehn Jahre aufs Neue ausgeschöpft werden können.  

Allerdings können Makler hier nur die ersten Impulse setzen. Sobald es konkret wird, sollte ein Rechts- bzw. Steuerberater dringend hinzugezogen werden.