Über diese Versicherung beschwerten sich die Deutschen am häufigsten

Martin Thaler Berater Versicherungen

Die Zahl der beim Versicherungsombudsmann eingegangenen Beschwerden ist im vergangenen Jahr gestiegen. Vor allem eine Versicherungssparte sorgte 2020 verstärkt für Unmut.

Viele Beschwerden über Rechtsschutzversicherungen. Bild: Pixabay/MikhailShustov

Schlechte Stimmung seitens der Versicherungsnehmer gab es im vergangenen Jahr vor allem bei der Rechtsschutzversicherung zu beobachten. Bild: Pixabay/MikhailShustov

Die Deutschen haben sich im vergangenen Jahr wieder häufiger über ihre Versicherung geärgert – das geht aus dem aktuellen Tätigkeitsbericht des Versicherungsombudsmanns Wilhelm Schluckebier hervor. Insgesamt erreichten ihn im vergangenen Jahr 18.133 Beschwerden – das sind knapp 600 mehr als im Vorjahr (17.538), jedoch weniger als noch 2018 (18.218).  

Von den rund 18.000 Beschwerden wurden zudem rund 4.000 abgewiesen, im Vorjahr lag diese Zahl noch bei über 4.500 Anträgen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: In einem Großteil der Fälle besteht kein eigener versicherungsvertraglicher Anspruch seitens des Beschwerdeführers. In vielen Klagen ging es zudem um Beschwerden zur privaten Krankenversicherung bzw. Pflegeversicherung, für die ein eigener Ombudsmann zuständig ist. Vielfach wurden auch Klagen über Versicherer eingereicht, die sich nicht der Schlichtungsstelle angeschlossen haben.  

Kunden klagen über Rechtsschutzversicherungen

Am meisten Beschwerden (3.904) erreichten Ombudsmann Schluckebier im vergangenen Jahr zum Thema Rechtsschutzversicherung – traditionell eine der Sparten, in der es zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer häufig zu Unstimmigkeiten über die Vertragsbedingungen kommt. In der Regel ist die zeitliche Einordung des Rechtsschutzfalls der größte Zankapfel. Auch deshalb raten Makler wie Rechtsschutz-Experte Sven Nebenführ dazu, seine Rechtsschutzversicherung nicht häufig zu wechseln und auf Tarife zu achten, die nach einer gewissen Frist auf die Einrede der Vorvertraglichkeit verzichten.    

Im Vergleich zum Vorjahr (3.561 Fälle) stieg die Zahl der Rechtsschutzbeschwerden deutlich an. Das dürfte zum einen mit der Corona-Pandemie zu tun haben, die sich insbesondere im Arbeitsrechtsschutz niederschlagen dürfte. Ein weit größerer Faktor dürfte allerdings der Dieselskandal sein. Laut GDV-Präsidiumsmitglied Norbert Rollinger haben bereits 290.000 Kunden ihre Rechtsschutzversicherung in diesem Zusammenhang in Anspruch genommen.  

Rückläufig entwickelten sich hingegen die Anzahl der Beschwerden in der Lebensversicherung. Gingen 2019 noch 3.683 Beschwerden zu dieser Sparte beim Versicherungsombudsmann ein, waren es 2020 nur noch 3.311 Beschwerden. Auf Platz drei der beschwerdereichsten Versicherungssparten landete die Kfz-Kaskoversicherung (1.672 Beschwerden), gefolgt von sonstigen Versicherungen (1.655) und der Kfz-Haftpflichtversicherung (1.538).  

Nur wenige Klagen gegen Vermittler

Erfreulich ist weiterhin der geringe Anteil der Beschwerden gegenüber Vermittlern. Insgesamt knapp 300 (298) erreichten den Ombudsmann in den zwölf Monaten des vergangenen Jahres. Das waren zwar mehr als in den Vorjahren (2019: 261; 2018: 283), entsprach aber weiterhin weniger als 0,2 Prozent am Gesamtklagevolumen. Zumal nur 93 Beschwerden vom Ombudsmann als zulässig bewertet wurden.

"Das niedrige Beschwerdeaufkommen über uns illustriert Jahr für Jahr unsere Anerkennung durch die Kunden und bestärkt uns in unserem sozialpolitischem Auftrag der Absicherung für Millionen Kunden", kommentierte BVK-Präsident Michael Heinz das Ergebnis.