Teurer Whisky – Hobby oder auch Investment?

Wolfgang Zehrt Panorama

Seltenheit und Qualität – das sind die beiden Eigenschaften, die Whisky wie viele andere Sammlerobjekte teuer machen. In Australien ist jetzt eine 60 Jahre alte Flasche Macallan für mehr als eine Million Euro versteigert worden – das reichte nicht ganz für das Prädikat „teuerster Whisky aller Zeiten“.

Whisky Bild: Pixabay/Felix Wolf

Wer keinen Whisky trinken mag kann die Spirituose als Investment nutzen Bild: Pixabay/Felix Wolf

Diese Woche wurde eine 0,75-Liter-Flasche »The Macallan 1926 Fine and Rare« für umgerechnet etwa 1,16 Millionen Euro versteigert. Je nach Wasser-Whisky-Verhältnis kostet ein Glas dann rund 70.000 Euro – wenn es denn getrunken wird und „Wasser des Lebens“ nicht nur ein Investment ist. Es geht allerdings noch teurer: Vor fast zwei Jahren war eine Flasche aus demselben Fass mit der Nummer 263 für noch einmal knapp 500.000 Euro mehr verkauft worden – bislang die teuerste Whisky-Flasche aller Zeiten.

„Tatsächlich mag die Geldanlage in Alkohol sehr unkonventionell klingen“, sagt Stephan Witt von der Finum Private Finance AG im Manager Magazin, doch könne sich eine Investition durchaus lohnen: „Besondere Voraussetzungen an den Anleger sind dabei kaum zu beachten, und schon mit vergleichsweise wenig Kapital lässt sich eine recht ansehnliche Rendite erzielen.“

Laut dem Luxury Investment Index der britischen Beratungsfirma „Knight Frank“ aus dem vergangenen Jahr konnten mit edlen Whiskys 2019 Wertzuwächse von fünf Prozent erzielt werden. Über die vergangenen zehn Jahre verzeichnete der Knight-Frank-Index jedoch Zuwächse von 564 Prozent.

Der Einstieg ist erschwinglich

Der Supermarkt-Whisky für 15 Euro ist allerdings kein Investment, altehrwürdige Destillerien mit langer Tradition sollten schon die Quelle sein. Experten raten dabei zu limitierten Abfüllungen, insbesondere von kleineren Destillerien. Der Einstieg in dieses Investment ist trotzdem nicht unbezahlbar, erklärte Gunther Hemmann, Finanzberater aus Dessau gegenüber procontra: „Die Preissteigerungen betreffen nicht nur Flaschen, die weit über 1.000 Euro kosten.“ Auch Standard-Whiskeys, die vor zehn Jahren noch 30 bis 50 Euro im Supermarkt gekostet haben, hätten zuletzt stark an Wert zugelegt.

Allerdings sollten Anleger stets die schwierige Handelbarkeit der Spirituose im Blick behalten: Ob die edle Flasche zum gewünschten Zeitpunkt für den gewünschten Preis veräußert werden kann, dürfte mehr als fraglich sein. Zudem müssen sich Whisky-Investoren Gedanken über die Lagerung und den entsprechenden Versicherungsschutz machen. Ein Vorteil des Whisky-Investments bleibt allerdings unbestritten: Bleibt die Wertsteigerung aus, kann die Flasche immer noch geöffnet und an einem gemütlichen Abend ausgetrunken werden.