Rentner: Wessen Einnahmen bleiben steuerfrei?

Detlef Pohl Berater Zielgruppenansprache Top News

Allerdings können rentenpflichtversicherte Beschäftigte und Selbstständige seit 2005 auch einen Teil ihrer Rentenbeiträge vom steuerpflichtigen Einkommen abziehen. Zudem können auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie ausgewählte Alltagsausgaben steuerlich geltend gemacht werden.

Freibeträge retten kaum noch vor Steuererklärung

Rentner erhalten zudem noch einen Altersentlastungsfreibetrag (ab 64) für Nebeneinkünfte (2021: 15,2 Prozent, maximal 722 Euro), der jedoch tendenziell sinkt und 2040 ebenfalls abgeschafft wird. Bei Beamten fließt noch ein Versorgungsfreibetrag (2021: 15,2 Prozent, maximal 1.140 Euro) plus maximal 342 Euro Zuschlag (2021), der in gleicher Weise sinkt. Wer Betriebsrente in Form einer Pension aus einer Direktzusage oder Unterstützungskasse bekommt, erhält diesen Freibetrag ebenfalls – frühestens ab 63. Geburtstag.

Ob Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen, hängt von der Höhe ihrer steuerpflichtigen Einkünfte ab. Rutscht man mit seiner Rentenhöhe in die Steuerpflicht, ist auch eine Steuererklärung Pflicht. Gibt es neben Renten weitere Einnahmen, wie Mieterträge, Riester- und Basisrenten oder Pensionen, ist die Erklärung ebenfalls Pflicht. Pflicht bedeutet: Die Gesamteinkünfte eines alleinstehenden Rentners liegen über dem steuerlichen Grundfreibetrag, der 2021 auf 9.744 Euro pro Jahr angewachsen ist (2020: 9.408 Euro im Jahr).

Bereits im Jahr 2015 wurden 27 Prozent der 21,2 Millionen Empfänger einer gesetzlichen, privaten oder betrieblichen Rente vom Fiskus zur Kasse gebeten. Umgerechnet 16 Prozent der Auszahlungen fielen unter die Steuerpflicht. 2019 zahlten Rentner knapp 41 Milliarden Euro Einkommensteuer – fast doppelt so viel wie 2009, schreibt die Stiftung Warentest in ihrem aktuellen Sonderheft „Finanztest Spezial Steuern 2021“.

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