PKV: Makler wollen Beitragsstabilität

Detlef Pohl Berater Zielgruppenansprache Top News

Im Markt der PKV-Vollversicherung hält der leichte Kundenrückgang an. Welche Anforderungen Makler an die Auswahl der Versicherer für ihre Kunden stellen, zeigt eine neue Studie. Die Favoriten der Makler sind dabei sehr stabil.

Beitragserhöhungen sind häufig der Gradmesser pro oder contra PKV-Vollversicherung. Bild: Pixabay/milcamu

Beitragserhöhungen sind häufig der Gradmesser pro oder contra PKV-Vollversicherung. Wenn die auslösenden Faktoren anschlagen, kann es für Versicherte sprunghaft teurer werden. Bild: Pixabay/milcamu

Die private Krankenversicherung (PKV) ist 2020 weitergewachsen, aber zumeist nur bei den gesetzlich Zusatzversicherten auf 27,3 Millionen Verträge (+ 2,4 Prozent) und den betrieblich Krankenversicherten auf 1,04 Millionen Beschäftigte (+ 18 Prozent). In der Vollversicherung gab es ein leichtes Minus von 0,1 Prozent auf aktuell rund 8,7 Millionen. Für Wirbel sorgen in der Vollversicherung vor allem Beitragserhöhungen, die zumeist von den Treuhändern abgenickt werden. Das beschäftigte kürzlich erneut den Bundesgerichtshof (BGH), der ein salomonisches Urteil gefällt hat.

Um 2,3 Prozent pro Jahr sind die Beiträge in der PKV-Vollversicherung im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre gestiegen, berichtet der PKV-Verband. Doch in der Spitze sind durchaus auch 25 bis 35 Prozent üblich, wenn bestimmte Schwellenwerte bei den Leistungsausgaben überschritten werden (ab 10 Prozent mehr gegenüber der Kalkulation) oder die Sterblichkeit statistisch weiter gesunken ist (über fünf Prozent gegenüber der verwendeten Sterbetafel). Beide Faktoren lösen Beitragssprünge aus („auslösende Faktoren“).

Auslösende Faktoren umstritten

Nahezu alle Makler wünschen sich, dass die PKV-Gesellschaften Beitragsstabilität als wichtigstes Ziel verfolgen (91,2 Prozent), und geben an, dass sie diejenigen PKV-Gesellschaften bevorzugen, die sichere Rechnungsgrundlagen verwenden, gegenüber denjenigen, die „auf Kante“ kalkulieren (90,2 Prozent), wobei Mehrfachnennungen erlaubt waren. Gleichzeitig erwarten 86,5 Prozent dennoch PKV-Beitragserhöhungen wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase und 82 Prozent wegen der demografischen Entwicklung.

Dies ergab die Studie „Award Private Kranken- und Pflegeversicherung 2021“, die von der BBG Betriebsberatung unter 285 Maklern und Mehrfachagenten, die im Schnitt 57 Jahre alt sind und durchschnittlich auf 26 Jahre Berufserfahrung kommen, erhoben wurde. Man sollte nun bald auch den Zins als „auslösenden Faktor“ berücksichtigen, meinen gut 70 Prozent der Befragten. Dadurch würde es wahrscheinlich öfter kleinere Beitragsanhebungen geben, aber nicht mehr exorbitant starke Erhöhungen nach einigen Jahren Beitragsstabilität.

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Seite 2: Wen Makler gut oder schlecht bei Beitragsanpassung beurteilen 

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