PIM-Anleger erhalten erste Abschlagszahlung

Martin Thaler Sachwerte

Tausende Anleger waren von der Insolvenz des Goldhändlers PIM betroffen. Diese dürfen nun auf eine erste Abschlagszahlung hoffen – auf einen Großteil ihres Investments werden sie aber verzichten müssen.

Goldinvestments Bild: Adobe Stock/BillionPhotos.com

Für die Gläubiger von PIM Gold gibt es nun eine erste Abschlagszahlung. Bild: Adobe Stock/BillionPhotos.com

Die Gläubiger der insolventen PIM Gold GmbH haben eine erste Abschlagzahlung erhalten. Dies teilte Insolvenzverwalter Dr. Renald Metoja per Pressemitteilung mit: „Die Verwertung der sichergestellten Edelmetallbestände ist im Wesentlichen abgeschlossen, so dass wir in Abstimmung mit dem Gericht und dem Gläubigerausschuss eine erste Auszahlung vornehmen konnten“, so Metoja.  

Die Höhe der Zahlung entspricht dabei einer Quote von 7,5 Prozent auf die gerichtlich festgellten Forderungen in Höhe von rund 178 Millionen Euro. Insgesamt 7.000 Gläubiger haben aktuell Ansprüche angemeldet. Diese sollen nach aktuellem Stand zwischen 15 und 20 Prozent ihrer Forderungen erstattet bekommen.  

Derzeit prüft Insolvenzverwalter Metoja weitere Ansprüche, unter anderem gegen eine Scheideanstalt in der Türkei, an die mutmaßlich Gelder transferiert worden sind. Hinzu kommen Haftungs- und Anfechtungsansprüche, z.B. gegen ehemalige Organe oder Vertriebsmitarbeiter der Gesellschaft. Gleichzeitig werde die lückenhafte Finanzbuchhaltung des Unternehmens aufgearbeitet. „Das ist eine Puzzle-Arbeit, die viel Zeit kostet, aber eine wichtige Grundlage für die Geltendmachung weiterer Ansprüche zugunsten der Gläubiger“, erklärt Metoja.  

Die PIM Gold GmbH hatte Gold-Investments an Kleinanleger verkauft. Diesen versprach sie teils zweitstellige Renditen, die durch Kauf und Recycling von Altgold erwirtschaftet werden sollten. Im September 2019 meldete das Heusenstammer Unternehmen nach Razzien Insolvenz an. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmen vor, ein Schneeballsystem betrieben zu haben und mit neu eingeworbenen Kundengeldern die Zins-Zahlungen finanziert zu haben.  

Seit Dezember vergangenen Jahres läuft vor dem Darmstädter Landgericht der Prozess gegen Mesut P. und Julius L., den Chef des Vertriebspartners Premium Gold Deutschland. Beiden wird schwerer Betrug vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung droht ihnen eine Strafe von bis zu zehn Jahren Haft.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare