Mit dem Auto ins Ausland: Worauf es beim Versicherungsschutz ankommt

Kfz-Geschäft Berater Top News von ARILD EICHBAUM

Die Reise mit dem eigenen Fahrzeug hat einige Vorteile zu bieten, beispielsweise ein hohes Maß an Flexibilität und Mobilität am Urlaubsort. Doch der Versicherungsschutz kann einige Tücken bergen, auf die Makler im Beratungsgespräch hinweisen sollten.

Kfz-Versicherung; Bild: Adobe Stock/phpetrunina14Bild: Adobe Stock/phpetrunina14

Bevor der eigene Wagen für die Fahrt über den Brenner oder den Balkan-Trip gestartet wird, lohnt sich ein Blick in die jeweiligen Versicherungsbedingungen. Bild: Adobe Stock/phpetrunina14

Ob Kurztrip ins benachbarte Ausland oder längere Reise durch Europa: Viele Urlauber schwören bei ihren Reisen auf das eigene Auto. Schließlich bietet die Reise im eigenen Fahrzeug ein Maximum an Flexibilität und Mobilität – am Urlaubsort und auf dem Weg dorthin. Zudem können mit dem eigenen Auto auch besonders schwere oder sperrige Gepäckstücke oder Ausrüstungsgegenstände transportiert werden, für die beispielsweise bei der Anreise im Flugzeug hohe Kosten fällig geworden wären.

Bevor der eigene Wagen für die Fahrt über den Brenner, die Ostsee-Rundreise oder den Balkan-Trip gestartet wird, lohnt sich ein Blick in die jeweiligen Versicherungsbedingungen – denn nicht überall gilt der Schutz aus der Kfz-Haftpflichtversicherung automatisch. „Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Versicherungsschutz in der Kfz-Haftpflichtversicherung in Europa und in Gebieten, die politisch zur EU gehören wie zum Beispiel die Kanaren, gegeben ist. Hier ergibt sich der Geltungsbereich schon aus den Vorgaben des Gesetzgebers, die in der Kraftfahrzeug-Pflichtversicherungsverordnung festgelegt sind“, verrät Björn Weickert, Geschäftsführer der Vertriebsplattform Procheck24.

Wer eine Reise außerhalb Europas plant, sollte vorher jedoch auf jeden Fall seinen Versicherungsschutz prüfen. „Der Geltungsbereich der Haftpflichtversicherung ist auf der sogenannten Grünen Karte vermerkt, die der Versicherungsnehmer bei der Reise bei sich haben sollte, sowie in den jeweiligen Versicherungsbedingungen“, so Weikert.

In den Staaten des Europäischen Wirtschaftsraumes, der neben den EU-Ländern auch Island, Norwegen, Liechtenstein, Andorra, Monaco, San Marino, Serbien umfasst, und in der Schweiz ist die Grüne Versicherungskarte aber bei der Einreise nicht mehr vorgeschrieben: Hier ist das sogenannte Kennzeichenabkommen gültig, das amtliche Kennzeichen des Wagens reicht als alleiniger Versicherungsnachweis.

Kfz-Versicherungsschutz fürs Ausland zielsicher erweitern

„Für den Vermittler heißt das insbesondere, dass er schon bei der Beratung seiner Kunden darauf achten sollte, den richtigen Tarif zu empfehlen. Um bevorzugte Reiseziele zu eruieren, können Versicherungsmakler entsprechende Akzente setzen: „Einige Versicherer bieten zum Beispiel auch noch Versicherungsschutz in der Türkei, bei den meisten hingegen ist das Fahrzeug dort nicht versichert“, macht Weikert auf diesen nicht unerheblichen Sonderfall aufmerksam. Dass Versicherungsvermittler aber alleine aufgrund des Nachnamens des Kunden darauf schließen müssen, dass dieser einen entsprechenden Schutz benötigt, hatte erst vor kurzem das OLG Hamm verneint.

Wo die Kaskoversicherung nicht greift

Etwas komplizierter ist die Situation in der Kaskoversicherung. „Da es sich hierbei um freiwillige Versicherungsbestandteile handelt, gilt die Pflichtversicherungsverordnung nicht. Die meisten Versicherer orientieren sich jedoch hinsichtlich ihres Kaskoschutzes geografisch auch an den gesetzlichen Regelungen zur Kfz-Haftpflichtversicherung“, erklärt Weikert. Allerdings gebe es Ausnahmen, wie beispielsweise Einschränkungen beim Diebstahlschutz in einigen osteuropäischen Ländern. „Hier sollte vor der Reise genau geprüft werden, ob der gewünschte Versicherungsschutz besteht – über die Lektüre der Versicherungsbedingungen, einen Anruf beim Versicherer oder ein Gespräch mit dem Versicherungsberater“, so Weikert.

Vermittler tun darüber hinaus gut daran, ihren Kunden einen Auslandschaden-Schutz nahezulegen: Zwar ist die Kfz-Haftpflicht in anderen EU-Staaten nicht minder obligatorisch, doch fallen dort die Deckungssummen bisweilen erheblich niedriger als in Deutschland aus. Das kann dazu führen, dass bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall die Versicherung des Verursachers die entstandenen Schäden womöglich nicht in voller Höhe reguliert. So liegt die gesetzliche Mindestdeckung für Personenschäden in Deutschland bei 7,5 Mio. Euro und bei 1,22 Millionen Euro für Sachschäden, während sie auf Malta lediglich 2,5 beziehungsweise 0,5 Millionen Euro beträgt.