Lebensversicherung: Bis zu 50 Prozent mehr Beitragsfreistellungen wegen Corona

Florian Burghardt Berater Versicherungen Top News

Um überstürzte Vertragskündigungen in der Coronakrise zu verhindern, boten viele Lebensversicherer Alternativen an. Doch wie wurden diese in 2020 angenommen und ließen sich dadurch Storni verhindern? procontra fragte nach.

Die Coronakrise beschert vielen Haushalten Einkommenseinbußen. Vor allem im Frühjahr griffen Verbraucher deshalb vermehrt zur Beitragsfreistellung oder-stundung ihrer Lebensversicherungen. Bild: Adobe Stock/Kawee

Die Coronakrise beschert vielen Haushalten Einkommenseinbußen. Vor allem im Frühjahr griffen Verbraucher deshalb vermehrt zur Beitragsfreistellung oder-stundung ihrer Lebensversicherungen. Bild: Adobe Stock/Kawee

Schon beim ersten Lockdown im Frühjahr war schnell klar: Die Corona-Pandemie wird auch Einfluss auf die Versicherungsbranche nehmen. In der Lebensversicherung kam die Sorge auf, dass viele Kunden aufgrund von Einkommenseinbußen und Jobverlusten ihre Verträge voreilig kündigen könnten. Die Bereitschaft der Verbraucher, bei finanzieller Knappheit die Investitionen in ihre Altersvorsorge zu reduzieren, wurde zeitnah von Umfragen bestätigt. Solche Storni würden auch für viele Vermittler Einbußen bei Abschluss- und Bestandsprovision bedeuten.

Um dem entgegenzuwirken, kommunizierten viele Lebensversicherer die Alternativen zur Vertragskündigung. Zahlreiche Anbieter erleichterten ihren Kunden zudem die Möglichkeiten für die Beitragsfreistellung oder die Stundung von Beiträgen.

Höchstwerte im April und Mai

Doch wie wurden diese Alternativen im Krisenjahr 2020 angenommen und konnten damit tatsächlich Vertragskündigungen verhindert werden, die für die Kunden zwar schnelles Geld, aber häufig auch einen Verlust bedeutet hätten? Wir haben dazu bei einigen der größten deutschen Lebensversicherer nachgefragt. Zwar verweisen diese größtenteils darauf, dass konkrete Zahlen erst mit der Veröffentlichung der Geschäftsberichte in den nächsten Monaten kommuniziert werden dürfen. Einige Einschätzungen und Vorab-Informationen konnte procontra aber zusammentragen.

So konnte beispielsweise die Alte Leipziger im April und Mai 2020 einen Höchstwert feststellen was Beitragsfreistellungen und Stundungen anbelangt. „Danach sind die Werte wieder zurückgegangen“, sagte Matthias Sattler, Leiter Vertrieb der Alten Leipziger Lebensversicherung. Bei zunächst gestundeten Verträgen sei die Beitragszahlung zum größten Teil durch die Kunden wieder aufgenommen worden. Bei der Stundung werden die Beiträge für einige Monate ausgesetzt und der Vertrag läuft unverändert weiter. Die nicht gezahlten Beiträge müssen aber anschließend nachgezahlt werden.

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