GAP-Deckung: Kfz-Leasing auf Nummer sicher

Kfz-Geschäft Berater Top News von Arild Eichbaum

Der Anteil von Leasingfahrzeugen an den Kfz-Neuzulassungen in Deutschland betrug im Jahr 2019 gut 42 Prozent, Tendenz kräftig steigend. Doch ist die populäre Mobilität auf Raten auch lückenlos gegen Diebstahl und Beschädigung abgesichert?

GAP-Deckung Bild: Adobe Stock/88studio

Leasing-Fahrzeuge erfreuen sich bei den Deutschen wachsender Beliebtheit – entsprechend wichtig ist es, für den passenden Versicherungsschutz zu sorgen. Bild: Adobe Stock/88studio

Mit dem Mut zur Lücke (englisch: gap) ist es abrupt vorbei, wenn sich eine solche in den Versicherungspolicen nach einem Diebstahl oder Totalschaden des eigenen Leasingfahrzeugs auftut. Zwar zahlt die Kfz-Versicherung den aktuellen Wiederbeschaffungswert, doch fällt der üblicherweise geringer aus als der dem Leasinggeber zu erstattende Restbetrag. Diese finanzielle Lücke schließt die so genannte GAP-Deckung – kurz für Guaranteed Asset Protection – und kommt für die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restforderung auf. Konkret ersetzt die auch als Differenz-Kaskoversicherung bekannte GAP-Versicherung den am Schadentag noch offenen Leasingrestbetrag

  • minus der Entschädigungsleistung der Kaskoversicherung (Wiederbeschaffungswert)  
  • minus der Rest- und Altteile des Leasingfahrzeugs (etwa bei einem Unfall beschädigte Scheinwerfer, die sich leicht reparieren lassen – der Versicherungsnehmer hat aber das Recht auf neue, nicht instandgesetzte Scheinwerfer)
  • minus Selbstbeteiligung

GAP bei jedem Kfz-Leasing empfehlenswert

Da Leasingverträge beinhalten, dass der Leasingnehmer das Auto adäquat gegen Beschädigungen und Diebstahl absichern muss, ist eine Voll- oder Teilkaskoversicherung ohnehin erforderlich. Bisweilen setzt der den Neupreis plus Zinsen vollständig finanzierende Leasinggeber darüber hinaus der Abschluss einer GAP-Versicherung voraus. Unabhängig davon ist sie aber jedem Leasingnehmer über die komplette Leasingdauer anzuraten; eine direkt mit Leasingbeginn abgeschlossene GAP-Deckung empfiehlt sich speziell bei Pkw der gehobenen Mittel- oder Oberklasse, da hier – in der Regel handelt es sich ja um Neuwagen – der Wertverlust in den ersten Monaten besonders hoch ausfällt: Der Wiederbeschaffungswert geht in den ersten Jahren wesentlich schneller zurück als die im Leasingvertrag geregelte Restforderung. Sollte eine GAP-Deckung nicht schon mit Leasingbeginn abgeschlossen worden ein, ist es ratsam, dies nachträglich zu tun.

GAP-Deckung auch für die Kleinen!

Da aber Klein- oder Kompaktwagen genauso in Unfälle oder Diebstähle verwickelt werden, ist bei günstigeren Neuwagen eine GAP-Deckung nicht minder anzuraten. Denn was erfolgreiche Wirtschaftskapitäne stande pede aus der Portokasse zahlen, hat die Klientel dieser Pkw-Klassen eben typischerweise nicht ohne weiteres auf der hohen Kante. Auch wenn der zusätzliche GAP-Schutz die Versicherungsprämie erhöht, macht er sich im Fall der Fälle umso mehr bezahlt. Kleiner Trost: Bei gewerblich angemeldeten Kraftwagen ist die gesteigerte Prämie wenigstens steuerlich absetzbar. Eine besondere GAP-Kündigung ist erfreulicherweise nicht nötig, da aufgrund der Koppelung der GAP-Versicherung an den Leasingvertrag diese zusammen mit dem Leasingvertrag automatisch endet.

Neupreisentschädigung und GAP-Deckung

Sehr zu empfehlen ist eine GAP-Deckung außerdem, wenn keine Neupreisentschädigung abgeschlossen wurde, da so nur der Wiederbeschaffungswert und nicht der Neupreis erstattet wird.  Neupreisentschädigung und GAP-Deckung schließen einander dabei nicht aus, sondern ergänzen sich vielmehr. Die GAP-Deckung kommt dann zum Tragen, wenn die Neuwertentschädigung nicht mehr greift – etwa nach Ablauf der für die Neuwertentschädigung oftmals greifenden 24-Monats-Frist, in der die Rückerstattung des vollen Anschaffungspreises sichergestellt wird. Dieser Fall gehört ebenfalls zu den Gründen, aus denen manche Leasinggeber auf eine Kaskoversicherung mit GAP-Deckung bestehen.