Ergo baut Gewinn trotz Corona aus

Martin Thaler Versicherungen

Mit einem Gewinn von 517 Millionen Euro verfehlte der Versicherer das gesteckte Gewinnziel nur knapp. Für das aktuelle Jahr erwartet die Ergo höhere Corona-Belastungen als noch 2020.

Ergo Bild: Adobe Stock/nmann77

Die Ergo konnte ihren Gewinn gegenüber dem Vorjahr ausbauen. Bild: Adobe Stock/nmann77

Vor wenigen Jahren galt die Ergo allgemein als Sanierungsfall – nach Abschluss des Strategieprogrammes , das unter anderem die Streichung tausender Stellen beinhaltete, steht die Erstversicherungstochter der Munich Re nun aber glänzend da. 2020 konnte die Ergo einen Gewinn von insgesamt 517 Millionen Euro für sich verbuchen – damit lag man nur unwesentlich unter dem selbstgesteckten Gewinnziel von 530 Millionen Euro, dem schwierigen Corona-Jahr zum Trotz. Zum Vergleich: 2019 hatte der Gewinn noch 440 Millionen Euro betragen.  

Maßgeblich verantwortlich für das gute Geschäftsjahr war die gute Entwicklung des Auslandgeschäfts. Hier verbuchte Ergo International insgesamt einen Gewinn in Höhe von 230 Millionen Euro. Begünstigt wurde dieses gute Ergebnis jedoch auch durch einen Sondereffekt im Rahmen der Fusion der beiden Joint Ventures in Indien.  

64 Millionen Euro Corona-Schäden

Auch in der Schaden-/Unfallversicherung in Deutschland konnte die Ergo ihr Ergebnis gegenüber dem Vorjahr verbessern: 2020 verzeichnete man hier einen Gewinn in Höhe von 157 Millionen Euro, 2019 stand hier noch ein Plus von 148 Millionen zu Buche.  

Zwar musste die Ergo Corona-bedingte Schäden in Höhe von 64 Millionen Euro verkraften, konnte diese jedoch durch das erzielte Prämienwachstum und ein gutes versicherungstechnisches Ergebnis ausgleichen. Die Schaden-Kosten-Quote im Segment Schaden/Unfall in Deutschland lag mit 92,4 Prozent auf demselben Niveau wie im Vorjahr (92,3 Prozent). Zugute kam dem Versicherer dabei das weitgehende Ausbleiben von Großschäden.  

Im Segment Leben/Gesundheit erzielte die Ergo fiel das Ergebnis mit einem Plus von 130 Millionen Euro deutlich niedriger als im Vorjahr (187 Millionen Euro) aus. Der Rückgang sei wesentlich auf das geringere Kapitalanlageergebnis im Gesundheitsbereich sowie auf die Auswirkungen von Covid-19 in der Reiseversicherung zurückzuführen, teilte die Konzernmutter Munich Re auf ihrer Bilanzkonferenz mit.  

Gewinnziel 2021: 500 Millionen Euro

In diesem Jahr rechnet die Ergo mit einem Gewinn von 500 Millionen Euro, wobei sich auch hier auch Covid-19 weiter auf das Ergebnis niederschlägt. So werde für 2021 mit Corona-Belastungen in Höhe von 90 bis 100 Millionen Euro gerechnet.  „In der Erstversicherung gibt es andere Zeitskalen, weshalb dieser Effekt auch in diesem Jahr zu spüren sein wird“, wird Munich-Re-Finanzvorstand Christoph Jurecka im Handelsblatt zitiert.

Das mit den Jahren gewachsene Selbstvertrauen der Ergo zeigt sich auch in der Bereitschaft, andere Marktteilnehmer übernehmen zu wollen. „Wir sind grundsätzlich offen für Zukäufe“, erklärte Ergo-Chef Markus Rieß Ende vergangenen Jahres im Gespräch mit dem Handelsblatt. Insbesondere der indische und chinesische Markt liege dabei im Fokus, doch auch in Europa kämen Zukäufe infrage, so Rieß. „Vor allem die Bereiche Schaden/Unfall und Gesundheit würden uns interessieren.“

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