Betriebsrente: Neues zur reinen Beitragszusage und zu Garantien

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Trotz kräftiger Förderung hakt das bAV-Geschäft vor allem in kleinen Firmen. Die 100-Prozent-Garantie lastet auf den Versorgungswerken, doch die reine Beitragszusage kommt auch nicht vom Fleck. Neue Entwicklungen beleuchtete eine Fachtagung.

Bei Anpassung des Rentenfaktors bleiben garantierte Leistungen in vollem Umfang erhalten, betont Rechtsexpertin Erika Biedlingmeier von der Allianz. Bild: Allianz

Bei Anpassung des Rentenfaktors bleiben garantierte Leistungen in vollem Umfang erhalten, betont Rechtsexpertin Erika Biedlingmeier von der Allianz Lebensversicherung. Bild: Allianz

Die meisten Arbeitnehmer (60,5 Prozent) wünschen sich eine höhere Leistung bzw. Rendite, um die bAV insgesamt attraktiver zu machen. Das geht aus einer Umfrage des bAV-Beraters Aon Deutschland hervor. Hohe Rendite und umfassende Garantien sind in der Niedrigzinsphase jedoch unvereinbar. Dies wurde auf der Fachtagung „5. Berliner bAV-Auftakt: Die Zukunft der bAV im Dialog“ deutlich.

Geladen hatte bereits zum fünften Mal Mathias Ulbrich, Professor für Arbeitsrecht an der Fakultät für Wirtschaftsrecht der Hochschule Schmalkalden und zugleich Inhaber einer Kanzlei für bAV. Traditionell bildet die Ulbrich-Veranstaltung den Jahresauftakt einer Reihe von bAV-Fachtagungen in Berlin – diesmal aber virtuell.

Die Diskussion entzündete sich vor allem auch an den Problemen, die die 100-Prozent-Garantie bei vielen bAV-Zusagen den Arbeitgebern und Versorgungswerken angesichts der Niedrigzinsen bereitet, und den praktischen Schwierigkeiten zur Umsetzung des Sozialpartnermodells (SPM), bei dem bekanntlich gar keine Garantien geboten werden.

BMAS will bAV-Garantie nicht absenken

Zur Experten-Diskussion, ob das Garantieniveau bei der weit verbreiteten Beitragszusage mit Mindestleistung (BZML) nicht von 100 Prozent auf 80 Prozent oder noch weniger abgesenkt werden sollte, schweigt der Gesetzgeber bislang. Derweil haben sich einige Anbieter aus der BZML zurückgezogen, während sich das größte Branchenversorgungswerk Metall-Rente vollständig auf diese Zusageart konzentriert.

„Die Absenkung der Garantien auf zum Beispiel 80 Prozent oder eine andere Zahl wäre bedenklich, weil die Anbieter dies sofort als Aufforderung zur Absenkung auf diesen Wert verstehen würden“, sagte Rolf Schmachtenberg auf der Tagung. Die reine Beitragszusage wäre in dieser Situation ein guter Ausweg, so der Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales weiter. „Die Umsetzung von Sozialpartnermodellen befriedigt trotz guter Signale aus der Szene nicht“, erklärte Schmachtenberg. Dennoch seien von der Bundesregierung keine Neuerungen zum SPM geplant.

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