bAV: Wie Versorgungswerke dem Niedrigzins trotzen

Detlef Pohl Berater Zielgruppenansprache Top News

Metall-Pensionsfonds jetzt auch über Klinikrente verfügbar

Gerade der Metall-Pensionsfonds überzeuge dank moderner Kapitalanlage und guter Verzinsung. Unter dem Namen „Klinikrente im Metall-Pensionsfonds“ können ab sofort auch Beschäftigte im Gesundheitswesen mit dem Metall-Pensionsfonds vorsorgen, bestätigt Karch. Die Klinikrente hat dies bestätigt. Seit seinem Start 2003 hat der Pensionsfonds eine durchschnittliche Rendite von 5,4 Prozent pro Jahr erzielt und wuchs 2020 um 11.200 Verträge (2019: +14.400).

Basis ist die Beitragszusage mit Mindestleistung (BZML). Dadurch müssen zu Rentenbeginn mindestens die eingezahlten Beiträge abzüglich der Beiträge für Risikobausteine zur Verfügung stehen. Die Rentenhöhe wird zum Zeitpunkt des Rentenbeginns ermittelt und dann garantiert. Die Anlage erfolgt im „Metallrente-Fondsportfolio“, in Rentenpapieren und im Sicherungsprodukt der Allianz Leben. Im Schnitt sparen Arbeitnehmer über die Metallrente, die keinen Geschäftsbericht publiziert, 1.201 Euro pro Jahr für bAV bzw. Riester an (2019: 1.192 Euro).

BZML weiter mit 100 Prozent Garantie

Dennoch ist eine Experten-Diskussion im Gange, ob eine rentierliche bAV in einer langfristigen Niedrigzinsphase weiterhin mit 100 Prozent Beitragsgarantie darstellbar ist oder das Garantieniveau bei der BZML nicht abgesenkt werden sollte. Der Gesetzgeber wartet ab, doch Marktführer Allianz nahm kürzlich bei mehreren kapitalmarktnahen Tarifen die Rentenfaktoren zurück, auch in der bAV. Davon sind bei der Metallrente rund 50.000 Verträge im Chance-Tarif betroffen. „Die Mindestrente bleibt weiter garantiert und entspricht genau der Höhe, die zu Vertragsbeginn zugesagt wurde“, betont Leithold.

Die BZML müsse weiterhin 100 Prozent Beitragserhalt nach Kosten leisten. „Während manche Anbieter sich aus der BZML zurückziehen, fokussieren wir uns seit 1. Januar 2021 bis auf Weiteres vollständig auf diese Zusageart“, so Leithold weiter. „Jeder Berater weiß, dass diese Art der Zusage im heutigen Vergleich für Arbeitnehmer äußerst attraktiv ist und die aktuelle Benchmark darstellt“, ergänzt Karch.

Doch müssen Arbeitgeber nicht doch vor Gericht damit rechnen, Geld nachzuschießen? „Nein, er hat in keiner Fallkonstellation etwas zu befürchten, solange er seinen Beschäftigten nicht mehr versprochen hat, als im Versicherungsvertrag vereinbart worden ist“, sagt Leithold.

Klinikrente setzt auf ähnliche Konsorten

Auch das Versorgungswerk Klinikrente verzeichnete 2020 einen Zuwachs. Rund 14.300 Menschen aus der Gesundheitsbranche kamen neu hinzu (2019: + 16.600), berichtet Geschäftsführer Hubertus Mund. Heute gilt die Einrichtung als Branchenstandard für Betriebsrenten im Gesundheitswesen. Im vergangenen Jahr kamen 360 Unternehmen neu hinzu (2019: +480), sodass inzwischen rund 4.700 Krankenhäuser, Reha- und Pflegeeinrichtungen Mitglied im Versorgungswerk sind (2019: 4.400).

Auch hier agiert ein ähnlich zusammengesetztes Konsortium im Hintergrund bei Kapitalanlage und Vertrieb. Risikoträger sind Allianz, Condor, Deutsche Ärzteversicherung, R+V und Swiss Life. Niedrigzinsen wartet Klinikrente in den Durchführungswegen klassischer Direktversicherung und U-Kasse mit vergleichsweise guter Gesamtverzinsung „von bis zu 3,0 Prozent“ auch 2021 auf (2020: bis 3,15 Prozent). „Daher ist neben zukunftsfähigen Produkten insbesondere auch die Finanzstärke der beteiligten Konsorten wichtig“, betont Mund.

Weniger Garantien nur in privater Altersvorsorge erlaubt

Geboten werden nach dem Vorbild der Allianz Leben auch modernere Anlagekonzepte: „Perspektive“ (neue Klassik) und „Komfort Dynamik“. Anders als in der privaten Altersvorsorge, wo die Allianz das Garantieniveau auf 60, 80 oder 90 Prozent heruntergeschraubt hat, sind bei der BZML weiterhin 100 Prozent Garantie vorgeschrieben. Laut Klinikrente liegt die Gesamtverzinsung für „Perspektive“ in der Direktversicherung 2021 bei 2,95 Prozent (2020: 3,15 Prozent) und in der U-Kasse bei 3,0 Prozent (2020: 3,2 Prozent).

Per 31. Dezember 2020 verzeichnete die Klinikrente einen Bestand von 102.900 versicherten Personen, davon 76.000 in der bAV. Einen eigenen Geschäftsbericht muss die Klinikrente nicht vorlegen; Zahlen gehen in die Bilanzen der Konsortialmitglieder ein.

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