bAV: Wie Versorgungswerke dem Niedrigzins trotzen

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In einem Versorgungswerk bündeln mehrere Firmen die betriebliche Altersversorgung. Das wirkt sich positiv auf die Gesamtverzinsung aus. Wie die Bilanz von Metallrente und Klinikrente für 2020 ausfällt und welche Folgen gekürzte Rentenfaktoren haben.

Die Mindestrente bleibt in der bAV weiter in der zugesagten Höhe garantiert, sagt Metallrente-Konsortialmanagerin Laura Leithold. Bild: Metallrente

Die Mindestrente bleibt in der bAV weiter in der zu Vertragsbeginn zugesagten Höhe garantiert, weiß Metallrente-Konsortialmanagerin Laura Leithold. Bild: Metallrente

Im Einkauf liegt bekanntlich der Gewinn. Das gilt auch für betriebliche Versorgungswerke, in denen viele Firmen die Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter organisieren. Dies lässt sich unter dem Dach eines Tarifvertrags leicht bewerkstelligen. Entgeltumwandlung fördert der Staat seit 2002. Zu dieser Zeit entstanden auch die heute großen Versorgungswerke wie Metallrente für alle Beschäftigten der Metall- und Elektronikindustrie und die Klinikrente für Mitarbeiter von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

Die größte Einkaufsmacht hat die Metallrente, bei der die Gewerkschaft IG Metall und der Arbeitgeberverband Gesamtmetall gleichberechtigte Alleingesellschafter sind, und dem sich inzwischen auch die Stahlindustrie sowie die Branchen Textil und Bekleidung, IT sowie Holz und Kunststoff angeschlossen haben.

Metallrente bleibt größtes Branchenversorgungswerk

Heute organisieren knapp 48.000 Firmenkunden (+ 1.900 gegenüber dem Vorjahr) mit mehr als 823.000 Verträgen (+ 54.000), die 2020 trotz Corona-Krise 64 Millionen Euro jährlichen Neubeitrag beigesteuert haben (- 36 Millionen), ihre bAV über die Metallrente GmbH. Der Bestand der Verträge zur kapitalgedeckten Altersversorgung (neben bAV wird noch Riester geboten) sei 2020 um knapp 5 Prozent auf einen neuen Rekord von besagten 823.000 Verträgen angestiegen. Hinzu kommen noch knapp 130.000 Policen privater Absicherung der Arbeitskraft (BU, Erwerbsminderung, Grundfähigkeit), für den Pflegefall und Hinterbliebenenabsicherung. Somit ist die Metallrente mit gut 950.000 Versicherten „weiterhin das größte Branchenversorgungswerk Deutschlands“, betont Geschäftsführer Heribert Karch.

Damit die Risiken eines so großen Kollektivs auf mehrere Schultern verteilt werden, arbeitet das Versorgungswerk mit einem Konsortium an Versicherern zusammen. Die Bestände werden von Allianz, R+V, Swiss Life, Ergo und Versicherungskammer Bayern (VKB) gemäß ihrer jeweiligen Beteiligung gemeinschaftlich getragen (VKB ist bislang nur für die Arbeitskraftabsicherung dabei, nicht für bAV und Riester). In der Regel gehen bei bAV/Riester 60 Prozent der Verträge an die Allianz, dann folgen R+V, Ergo und Swiss Life.

Vertrieb und Kapitalanlage weitgehend in Regie der Konsorten

Auch den Vertrieb (Makler bekommen die im Kollektivgeschäft üblichen Vergütungen) und den überwiegenden Teil der Kapitalanlage übernehmen die Konsorten. Innerhalb der Kapitalanlage gibt es aber auch ein exklusiv für Metallrente von Allianz Global Investors aufgelegtes und verwaltetes Metallrente-Fondsportfolio. „Über die strategische Kapitalanlage wird zweimal jährlich in unserem Kapitalanlageausschuss, dem auch Vertreter von IG Metall und Gesamtmetall angehören, entschieden“, betont Laura Leithold, Leiterin Konsortialmanagement bei der Metallrente. Alle Entscheidungen, die den Pensionsfonds und das Fondsportfolio betreffen, „liegen vollständig bei uns und unseren Sozialpartnern“, so Leithold weiter.

Beim sicherheitsorientierten Direktversicherungstarif („Profil“) geht die Kapitalanlage zu 100 Prozent in das Sicherungsvermögen der Versicherungspartner von Metallrente ein. Für 2021 gilt eine Gesamtverzinsung von 2,75 Prozent - samt Beteiligung an den Bewertungsreserven und nicht garantierter Schlussüberschüsse am Ende der Laufzeit (2020: 3,15 Prozent).

Beim kapitalmarktnahen Direktversicherungstarif („Chance“) fließt die Kapitalanlage ins Sicherungsvermögen der Versicherungspartner und bis zu 50 Prozent in Aktien und Anleihen (Metallrente-Fondsportfolio). Hier beträgt die Gesamtverzinsung 2021 mindestens 2,65 Prozent (2020: 3,05 Prozent), hinzu kommen Renditechancen aus dem Metallrente-Fondsportfolio. „Obwohl sich kein Akteur vom Zinstief abkoppeln kann, können sich Arbeitgeber und Beschäftigte bei uns weiter auf sehr gute Betriebsrenten verlassen“, ist Karch überzeugt.

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