Altersvorsorge: CDU-Minister teilt gegen Versicherer aus

Martin Thaler Versicherungen Top News

Die FDP will mit einer grundlegenden Reform die Rente "enkelfit" machen. Aus Reihen der Grünen und CDU melden sich nun die Kritiker zu Wort – und lassen es an deutlicher Kritik auch gegenüber den Versicherern nicht mangeln.

Karl-Josef Laumann. Bild: picture alliance

Äußerte starke Kritik gegenüber den Versicherern: Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister und Laschet-Vertrauter Karl-Josef Laumann. Bild: picture alliance

Das Jahr 2021 gilt als Superwahljahr: Neben einigen Landtagswahlen wird im Herbst auch eine neue Bundesregierung vom Wähler bestimmt. Dass es neben der Corona-Krise auch noch andere Themen von Relevanz im Wahlkampf gibt, unterstrich erst vor wenigen Tagen die FDP, die mit ihrer Aktienrente die Altersvorsorge zum Wahlkampfthema machte.  

„Enkelfit“ soll die Rente werden, heißt es aus Reihen der Liberalen. In einem vergangene Woche vorgestellten Konzeptpapier (steht hier zum Download bereit) plädieren die Bundestagsabgeordneten Johannes Vogel und Christian Dürr für einen umfangreichen Maßnahmenkatalog, darunter

  • Riester- und Rürup-Rente sollen zusammengelegt werden und allen Bürgern offenstehen. Mit einer Lockerung und Entbürokratisierung der Förderbedingungen könne man die Verwaltungskosten senken.
  • Schaffung eines Altersvorsorge-Depots, das ohne obligatorischen Versicherungsmantel möglich sein soll.  

Kernstück der Reform ist aber die Schaffung einer sogenannten gesetzlichen Aktienrente nach schwedischem Vorbild (AP7-Fonds). Weiterhin soll der Großteil der Rentenbeiträge in die umlagefinanzierte Rentenversicherung fließen. Zwei Prozent der aktuell für die gesetzliche Rente veranschlagten 18,6 Prozent fließen aber stattdessen in Wertpapiere. „Gerade Menschen mit geringen Einkommen würden so erstmals von den Chancen der globalen Aktienmärkte profitieren und zu Unternehmensteilhaberinnen und -teilhabern werden“, stellen Dürr und Vogel in ihrem Konzeptpapier heraus.  

Nachdem in der vergangenen Woche die FDP mit ihrem Vorschlag die Schlagzeilen bestimmt hatte, kommen nun die politischen Gegner zu Wort.  

Grünen-Rentenpolitik Markus Kurth sieht im Vorschlag der FDP nicht den veranschlagten „großen Wurf“, sondern eine „Bazooka für die Altersarmut“. So würde der FDP-Vorschlag der gesetzlichen Rente jedes Jahr 27 Milliarden Euro entziehen. „Das Geld würde in einen Kapitalmarkt gepumpt, der aktuell vor allem von Risiken geprägt ist“, sagte Kurth der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Zudem würde der FDP-Vorschlag hohe Aktienrenditen voraussetzen.  

Seite 1: Enkelfitte Rente oder Bazooka für Altersarmut
Seite 2: Deutliche Kritik an Versicherern

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare