Allianz-Chef warnt vor Spekulationsblase

Martin Thaler Versicherungen

Die Allianz hat die Auswirkungen der Corona-Pandemie zwar zu spüren bekommen, steuerte dennoch relativ stabil durchs vergangene Jahr. Sorgen bereiten CEO Oliver Bäte aber die jüngsten Kapriolen an den Aktienmärkten.

Oliver Bäte Bild: Allianz

Allianz-Chef Oliver Bäte zeigte sich besorgt über die derzeitigen Kapriolen an den Aktienmärkten. Bild: Allianz

Allianz-Chef Oliver Bäte warnt vor einer gefährlichen Spekulationsblase an den Finanzmärkten. „Wir machen uns große Sorgen um das Thema Finanzmarktstabilität“ mahnte Bäte. Die Situation sei vergleichbar mit derjenigen vor den Finanzcrashs 2000 und 2008/09, erklärte Bäte laut Nachrichtenagentur dpa.  

„Da kauft irgendeine Celebrity irgendein Bitcoin und dann explodieren die Preise für diese Assets“, so Bäte. Insbesondere Tesla-Chef Elon Musk hatte mit seinen Aussagen und Twitter-Tweets in der jüngeren Vergangenheit oftmals für Kurskapriolen gesorgt. Im Januar hatte Musk beispielsweise auf Twitter seinen Millionen Followern mitgeteilt, einen handgestrickten Wollhelm für seinen Hund auf dem Online-Marktplatz Etsy gekauft zu haben. Hierauf schoss die Aktie des Unternehmens deutlich in die Höhe.  

Allianz senkt Aktienquote

„Das ist schon ziemlich verrückt, da müssen wir wirklich aufpassen", wird Bäte zitiert. Als Konsequenz hat der Versicherer in den vergangenen Monaten seine Aktienquote in der Kapitalanlage gesenkt. Auf diese Weise wolle man sicherstellen, dass die mögliche Volatilität den Versicherer nicht zu stark beeinflusse. Einen Crash voraussagen will Bäte allerdings nicht: "Ich kann keinen Crash vorhersagen, sonst hätte ich wahrscheinlich einen anderen Job“, so der Allianz-Chef.  

Durch die Corona-Krise ist der Versicherer verhältnismäßig stabil gekommen. Zwar sank der operative Gewinn um neun Prozent auf 10,75 Milliarden Euro, der Nettogewinn ging um 14 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro zurück. Damit dürften allerdings weiterhin die Gewinne der übrigen DAX-Konzerne übertroffen werden.

Die Corona-Krise sorgte laut Unternehmensangaben für Schäden in Höhe von 1,3 Milliarden Euro. Hierfür dürften insbesondere der Ausfall von Großveranstaltungen und die Kreditversicherung beigetragen haben und weniger die Auseinandersetzungen um die Betriebsschließungsversicherung. In diesem Zusammenhang hatte die Allianz zuletzt Vergleiche mit zwei betroffenen Münchener Gastronomen geschlossen, um einem wahrscheinlich aus ihrer Sicht unvorteilhaftem Urteilsspruch zuvorzukommen.  

Corona-Schäden drohen auch 2021

Auch in diesem Jahr können laut Allianz weitere Corona-Schäden drohen. Im Entertainment-Bereich, zu dem die Versicherung von Großveranstaltung zähle, seien Schäden zwischen 50 und 100 Millionen Euro möglich. Diese Zahlen umfassen auch eine mögliche Absage der Olympischen Spiele in Tokio. Seit Beginn dieses Jahres sind die Münchener Versicherungspartner des Internationalen Olympischen Komitees.  

Nichtsdestotrotz blickt die Allianz optimistisch in die Zukunft: Für dieses Jahr strebt der Versicherer einen operativen Gewinn in Höhe von zwölf Milliarden Euro an. Auch an der Dividende in Höhe von 9,60 Euro will der Versicherer festhalten.

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