Abschlusskosten-Schelte: BVK kontert Vorwürfe der Politik

Florian Burghardt Berater

Immense Abschlusskosten und „eine Menge Mist“. Manche Politiker haben den Lebensversicherern jüngst die Kompetenz für die Altersvorsorge, speziell bei Riester, abgesprochen und dabei auch gegen Vermittler ausgeteilt. Beim BVK sorgt das für Irritationen.

Kritik an Riester-Abschlusskosten: Die Politik vernachlässigt die sozialpolitische Aufgabe der Versicherungsvermittler, findet Michael H. Heinz, Präsident des BVK. Bild: BVK

Kritik an Riester-Abschlusskosten: Die Politik vernachlässigt die sozialpolitische Aufgabe der Versicherungsvermittler, findet Michael H. Heinz, Präsident des BVK. Bild: BVK

Mit Irritation habe man beim Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) auf aktuelle Äußerungen aus der Politik reagiert. In Berlin würde man der Versicherungswirtschaft teilweise die Kompetenz absprechen, die private Altersvorsorge von Millionen von Riestersparern angemessen aufzubauen, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme. Durch solche pauschalen Negativaussagen würden auch die Vermittler in ein schlechtes Licht gerückt.

Damit bezieht sich der Vermittlerverband unter anderem auf die aktuellen Aussagen von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Der CDU-Politiker hatte die Produktwelt der privaten Altersvorsorge als einen regelrechten Dschungel bezeichnet, der auch eine Menge Mist enthalte. Viele Produkte böten nur immense Abschlusskosten, hohe Verwaltungskosten, keine Renditen und nahezu wertlose Garantien. Lediglich die staatliche Zulage bei Riester-Verträgen mache diese für Anleger noch attraktiv. 

„Beratung kann es nicht kostenlos geben“

Vor allem die pauschale Abschlusskosten-Schelte des Politikers ärgert die BVK-Verantwortlichen. „Im Übrigen sollte die Kritik an den Produktgebern nicht uns Vermittlern durch die Hintertür wegen angeblich zu hoher Abschlusskosten angelastet werden. Bekanntlich arbeiten wir als Unternehmer und ehrbare Kaufleute nicht für umsonst und brauchen einen halbwegs auskömmlichen Verdienst. Professionelle und individuelle Beratung kann es nicht kostenlos geben“, kritisierte BVK-Präsident Michael H. Heinz.

Die Politik kommt dieser Tage zunehmend in den Wahlkampfmodus. Dabei wird die Altersvorsorge, aller Voraussicht nach, ein umkämpftes Thema sein. Erst kürzlich hatte die FDP mit der Forderung nach einer gesetzlichen Aktienrente den Aufschlag gemacht.

Riester-Erfolge sind Verdienst der Vermittler

Doch auch wenn in diesem Jahr die Bundestagswahl ansteht: Aus Sicht des BVK legen solche politischen Aussagen die Vernachlässigung der sozialpolitischen Aufgabe von Versicherungsvermittlern offen. Schließlich sei es der Verdienst der Vermittler, dass Millionen Riestersparer seit fast zwei Jahrzehnten vorsorgen und deshalb im Alter nicht auf die staatliche Grundsicherung angewiesen sind, so Heinz. Auch Walter Riester selbst hatte vor einiger Zeit im Interview mit procontra, entgegen aller Vorwürfe, die Verbreitung der Riester-Rente als großen Erfolg bezeichnet. Angesichts einer freiwilligen Maßnahme wären über 16 Millionen Verträge außerordentlich hoch, so der Ex-Minister.

Ebenfalls verwundert zeigte sich der Verband über die Kosten-Kritik an den Lebensversicherern, kombiniert mit der Forderung nach einem staatlichen Riester-Standardprodukt. Dabei würden weit höhere Kosten außer Acht gelassen, deren Entstehung man beim BVK durch die dann notwendige Schaffung von neuen Strukturen vermutet. Diese würden dann allerdings zu Lasten der Vorsorgesparer gehen, die sich folglich mit einer geringeren Rente begnügen müssten.

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