Urteil: Kein Lambo als Mietwagen

Martin Thaler Berater Recht & Haftung

Nach einem Unfall steht dem Geschädigten ein Mietwagen zu, der demselben Fahrzeugtyp entsprechen darf, den er selbst besitzt. Doch diese Regelung gilt nicht schrankenlos, wie nun das OLG Celle feststellte.

Kein Lambo als Mietwagen Bild: Pixabay/ networkerz

Bei der Auswahl eines Mietwagens durch einen Unfallgeschädigten gibt es gewisse Grenzen. Bild: Pixabay/ networkerz

Wer einen Unfall hat, kann gegenüber der gegnerischen Haftpflichtversicherung nicht nur die Reparaturkosten geltend machen, sondern auch die Kosten für einen Mietwagen. Schließlich sind viele Fahrer weiter auf ein Auto angewiesen, wenn das eigene Fahrzeug in der Werkstatt ist. Die Erstattung der Mietwagenkosten hat allerdings ihre Grenzen, wie nun ein Ferrari-Fahrer aus Niedersachsen erfahren musste.  

Was war passiert?  

Der Fahrer eines Ferraris hatte im April 2018 einen Unfall. Sein Fahrzeug wurde dabei so stark beschädigt, dass es für elf Tage in die Werkstatt kam. Für diesen Zeitraum leistete sich der Mann einen Mietwagen. Nicht irgendeinen, sondern standesgemäß einen Lamborghini. Die Mietwagenkosten summierten sich auf 5.600 Euro, die der Mann von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers erstattet haben wollte. Diese lehnte die Begleichung der veranschlagten Kosten jedoch ab. Seitens der Versicherung hielt man die Anmietung eines Porsche Carrera oder eines 8-er BMW für zumutbar – Fahrzeuge, die nach Einschätzung der Versicherung bereits für einen Betrag zwischen 90 und 230 Euro am Tag anzumieten seien. Entsprechend zahlte die Versicherung lediglich 1.600 Euro.  

Dagegen klagte der Ferrari-Besitzer. Nachdem seine Klage zuvor vom Hannoveraner Landgericht abgewiesen worden war, landete der Fall vor dem OLG Celle (Az: 14 U 93/20).  

So entschieden die Richter

Das OLG Celle bestätigte, dass ein Unfallgeschädigter grundsätzlich denselben oder einen vergleichbaren Fahrzeugtyp als Ersatzfahrzeug anmieten dürfe. Wer einen Sportwagen fahre, dürfte sich dem demzufolge auch ein typgleiches Fahrzeug besorgen. Diese Regelung gelte allerdings nicht schrankenlos, sodie Richter. Sofern ein typengleiches Fahrzeug nur für eine sehr hohe Miete zu bekommen sei, sei es dem Unfallgeschädigten zuzumuten, sich für wenige Tage mit einem weniger komfortablen Fahrzeugtyp abzufinden.

Ein höheres Prestige oder ein vermeintliches Plus an Fahrfreude würden im vorliegenden Fall die exorbitant höheren Kosten für die Anmietung eines Lamborghini nicht rechtfertigen, stellte das Gericht klar. Auch ein wesentlich günstiger anzumietender Audi, BMW, Porsche oder Mercedes würde dem Fahrer eine entsprechende Reputation verleihen. Die Klage des Mannes wurde entsprechend abgelehnt.

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