Sonntagsfrage: So würden Makler wählen

Anne Hünninghaus Martin Thaler Berater

Der Verband AfW hat Vermittler gefragt, für welche Partei sie bei der Bundestagswahl stimmen würden. procontra hat deren Präferenzen mit denen der Gesamtbevölkerung abgeglichen – die Unterschiede sind eklatant. Hier beide Diagramme zur Sonntagsfrage im Vergleich.

Bundestagswahl Bild: picture alliance

Würden nur Makler die Bundesregierung wählen, würde das Ergebnis wahrscheinlich deutlich anders aussehen. Bild: picture alliance

Von weitem könnte man das Tortendiagramm, das die Parteienlieblinge der Vermittler in Relation zueinander stellt, beinahe für das Logo des Fußballvereins Borussia Dortmund halten. Denn mehr als zwei Drittel des Kuchens sind in Schwarz-Gelb gefärbt. Allerdings hat die Union die Liberalen mit 37 zu 30 Prozent inzwischen überholt, wie das Barometer des AfW aus dem November 2020 zeigt, das der Vermittlerverband nun veröffentlichte. Auf die Frage, welche Partei sie wählen würden, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, kam die Union bei den mehr als 1.200 befragten Berufsvertretern erstmals seit zwölf Jahren mit auf den Spitzenplatz und verwies den bisherigen Dauerliebling FDP auf den zweiten Rang.

Dass Vermittler eine schwarz-gelbe-Koalition befürworten würden, ist demnach offensichtlich. „Eine Bundesregierung aus CDU/CSU und FDP würden wir sehr begrüßen, denn dann könnten wir in eine aktive und positive Gestaltung der regulatorischen Rahmenbedingungen übergehen und somit endlich den Verhinderungsmodus verlassen, der uns immer wieder zwingt, gegen ideologisch motivierte Regulierungsvorhaben anzukämpfen“, so AfW-Vorstand Frank Rottenbacher. Besonders viel Lob erhielten die auf dem AfW-Hauptstadtgipfel anwesenden Bundestagsabgeordneten Carsten Brodesser (CDU) und Frank Schäffler (FDP) für ihr vermittlerfreundliches Engagement gegen den Provisionsdeckel und das Aufwerfen für den Berufsstand relevanter Fragen im Bundestag.

Allerdings ist es – vor allem angesichts der in der Gesamtbevölkerung abnehmenden Zustimmung für die Liberalen – zuzeit eher unwahrscheinlich, dass sich dieser Wunsch mit der Bundestagswahl im September erfüllen wird. Zusammen kommen beide Fraktionen bei der allgemeinen Sonntagsfrage nämlich derzeit auf lediglich 42 Prozent.

Die größten Unterschiede

Generell unterscheiden sich die politischen Präferenzen der Vermittler teils massiv von denen der Gesamtbevölkerung. Übereinstimmung gibt es nur bei der AfD (in beiden Umfragen jeweils elf Prozent). Die Union liegt mit zwei Prozentpunkten mehr bei den Vermittlern in noch etwas höherer Gunst als in der Gesamtbevölkerung. SPD und Grüne erhalten jeweils von den Vermittlern elf Prozentpunkte weniger Zustimmung. Die Linke wird – wenig überraschend – von Vermittlern unterdurchschnittlich oft präferiert. Am heftigsten ist allerdings die Differenz bei der FDP: Während sie aktuell auf sechs Prozent in den allgemeinen Umfragen abstürzte, gab nach wie vor ein knappes Drittel der Vermittler an, ihr den Vorzug zu geben.Für eine bessere Vergleichbarkeit haben wir im Diagramm oben Zahlen zur Sonntagsfrage von Infratest Dimap verwendet, die ebenfalls das Stimmungsbild aus dem November 2020 abbilden.

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