So partizipieren Makler am Fonds-Boom

Stefan Terliesner Berater Investmentfonds Top News

Als Tippgeber kann jeder Versicherungsmakler seine Kunden zu Aktienanlegern machen. Digitale Lösungen gemeinsam mit Vermögensverwaltern ebnen den Weg.

Fonds-Boom Bild: Pixabay/geralt

Auch ohne 34-Erlaubnis können Makler vom Fonds-Boom profitieren. Bild: Pixabay/geralt

Es geht. Jeder Versicherungsmakler kann Einnahmen erzielen, wenn ein Kunde den Wunsch äußert, Geld in Aktienfonds zu investieren. Das dürfte angesichts des Nullzinsniveaus an den Kapitalmärkten immer häufiger vorkommen. Kann der Makler dem Kunden hier nichts bieten, wandert dieser vielleicht zur Konkurrenz ab.

Abkehr von Versicherungen

Bisher standen viele Bundesbürger in Nibelungentreue zu Versicherungen und Fondspolicen, wenn sie für ihre Altersvorsorge sparen wollten. Doch die Konkurrenz  für den langfristigen Vermögensaufbau wächst. Das ahnen immer mehr Vorsorgesparer. Erst vor wenigen Tagen sagte der neue Präsident des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI), Alexander Schindler, der Fondsbranche rosige Zeiten voraus.

Wie er im Interview der Börsen-Zeitung ausführt, hält er eine Verdoppelung des verwalteten Vermögens innerhalb des Jahrzehnts für möglich – so wie es in der Dekade zuvor schon der Fall war. Angesichts der niedrigen Zinsen, steigender Vermögen und des zunehmenden Interesses von Privatanlegern an der Altersvorsorge „steht unserer Branche eine positive Entwicklung bevor“.

Bereits im zurückliegenden Jahrzehnt hatten steigende Börsenkurse und ein hohes Neugeschäft das verwaltete Vermögen der Branche von 1,7 Billionen Euro auf 3,4 Billionen Euro anschwellen lassen. Dieses Tempo beibehaltend, wären Ende 2029 an die 7 Billionen Euro realistisch. „Wir sind eine Wachstumsbranche innerhalb der Finanzwelt“, so Schindler.

Teilhabe am Fonds-Boom

Wer als Versicherungsmakler an diesem erwartbaren Boom teilhaben möchte, muss sich für die Aktienanlage öffnen. procontra warf daher bereits in der Ausgabe 01/2020 die Frage „34f als Problemlöser?“ auf. Wer freilich immer noch ohne eine Zulassung für die Vermittlung von Finanzanlagen unterwegs ist, muss dennoch keinen Kunden mit Aktienanlagewunsch ohne jegliche Unterstützung abweisen. Versicherungsmakler können zumindest einen Tipp geben, und zwar der Verweis auf einen Vermögensverwalter, mit dem der Makler kooperiert.

Im Gegenzug für den Tipp zahlt der Verwalter dem Makler ein Entgelt. Die Höhe ist Verhandlungssache. In der Branche werden zum Beispiel 50 bis 60 Basispunkte genannt. Bei einem langfristigen Vermögensverwaltungsvertag kann ein ansehnlicher Betrag für den Makler herausspringen. Doch ohne Risiko ist das Ganze für den Tippgeber nicht. Jegliche Beratung in Sachen Finanzanlage ist für 34d-Vermittler tabu, wie Rechtsanwalt Norman Wirth gegenüber procontra betont.

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