PKV: Welche Kundengruppen welche Gesundheitsservices zu schätzen wissen

Wolfgang Zehrt Versicherungen

Mit welchen Zusatzservices können PKV-Anbieter bei ihren Kunden verschiedener Altersgruppen punkten? Dieser Frage hat sich Assekurata in einer aktuellen Studie gewidmet. Die Ergebnisse sind überraschend.

Digitalhealth Bild: Pixabay/12194226

Überraschung bei der Assekurata-Studie: Senioren sind durchaus digital Bild: Pixabay/12194226

Immer mehr private Krankenversicherer bieten ihren Kunden zusätzliche Gesundheitsservices an und arbeiten an der Wandlung vom reinen Kostenerstatter zum Kümmerer. Auch wenn viele Kunden von den zusätzlichen Services nichts wissen, scheinen die Versicherer mit ihren Angeboten das Interesse der Kunden zu treffen. Die Kölner Ratingagentur Assekurata erfragte nun bei 516 PKV-Kunden, welche digitalen Services am stärksten nachgefragt werden – und von wem.

 

Es gab überraschende Ergebnisse in den verschiedenen Altersgruppen: Die elektronische Patientenakte und Gesundheits-Apps werden am stärksten in der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen befürwortet. „Entgegen der gängigen Meinungen scheinen ältere Menschen durchaus offen für digitale Serviceangebote zu sein“, lautet das Fazit der Studie.

Aber auch in anderen Altersgruppen gab es unerwartete Ergebnisse: Der berufliche Stress der 30- bis 39-Jährigen könnte vielleicht eine Erklärung dafür sein, dass diese Gruppe das größte Interesse an einem Terminerinnerungsservice hat, gefolgt von dem Wunsch nach elektronischen Rezepten. Auch bei den 40- bis 59-Jährigen gibt es einen Wunsch, den Assekurata nicht in dieser Altersgruppe vermutet hätte: Bei ihnen steht die Unterstützung bei der Suche nach Fachärzten ganz oben auf der Wunschliste. Das sei bemerkenswert, so die Verantwortlichen der Befragung, da diese Gruppe mutmaßlich bereits über „eingeschwungene lokale Versorgungsstrukturen, beispielsweise über einen bekannten Allgemeinmediziner, Hautarzt sowie gegebenenfalls Gynäkologen vor Ort, verfügt“.

Frauen zurückhaltender bei digitalen Angeboten

„Digitale Anwendungen“ (DiGas) stehen bei den männlichen Befragten aller Altersgruppen höher im Kurs als bei den Frauen. Das würde, so die Kölner Experten, am Beispiel der elektronischen Patientenakte besonders deutlich werden. Während die Hälfte der Männer sie als wünschenswert betrachtet, gilt das nur für 36 Prozent der Frauen. Umgekehrt wünschen sich 45 Prozent der Frauen Unterstützung, wenn es darum geht, Reha- oder Klinik-Aufenthalte zu organisieren – das ist nur 39 Prozent der Männer wichtig.

Kaum Unterschied bei chronisch Kranken

Chronisch Erkrankte haben laut Assekurata-Untersuchung im Wesentlichen kaum andere Wünsche als andere Mitglieder der privaten Krankenversicherungen. Auffallend sei hier lediglich, dass sie sowohl elektronischer Patientenakte als auch elektronischen Gesundheitsakten keine besonders hohe Relevanz beimessen. Aus Sicht der Kölner Analysten überraschend, „könnten Chroniker doch insbesondere von Services profitieren, die Transparenz im Hinblick auf die individuelle Behandlungshistorie ermöglichen“.

Der Schluss, den die Rating-Agentur aus der Befragung zieht: Aufgrund der starken geschlechter- und altersabhängigen Unterschiede sollten „Krankenversicherer die tatsächlichen Bedürfnisse innerhalb ihres Bestands detailliert analysieren, um Motivation und Ablehnungsgründe besser zu verstehen. Nur dann könnten die zusätzlichen Services effektiv kommuniziert und für die Versicherer zu einem Gewinn werden.

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