Reichen vier Policen? Was Privatkunden 2021 brauchen

Detlef Pohl Berater Versicherungen Top News

Im Prinzip benötigen Familien mit Kindern nur vier Policen, meint Finanzanalytiker Volker Looman. Das gelte selbst für Besserverdiener. Zur Todesfallabsicherung rät er zu „Policen über Kreuz“.

Zwei Risiko-Lebensversicherungen „über Kreuz“ sparen Paaren Erbschaftsteuer. Bild: Pixabay/moerschy

Bei Paaren helfen zwei Risiko-Lebensversicherungen „über Kreuz“, Hinterbliebene finanziell optimal abzusichern und Erbschaftsteuer zu sparen, weiß Finanzanalytiker Volker Looman. Bild: Pixabay/moerschy

Finanzanalytiker Volker Looman gibt zu, ein gespanntes Verhältnis zu Versicherungen zu haben. Das schreibt er sogar in seiner wöchentlichen FAZ-Kolumne in aller Deutlichkeit. „Es ist nicht möglich, sich gegen alle Widrigkeiten dieses Lebens absichern zu wollen“, stellt er klar und fordert zum „Winterputz der Ver(un)sicherungen“ auf.

In seinem Beispielfall berichtet Looman von einem gut situierten Ehepaar um die 50 mit drei nahezu erwachsenen Kindern. Zahnärztin und Rechtsanwalt haben es durch Fleiß und Können zu Ansprüchen von 600.000 Euro gegenüber ihren Versorgungswerken gebracht, nennen ein 900.000 Euro schweres, schuldenfreies Haus ihr Eigen und besitzen Aktien und Praxis- sowie Kanzleianteile im Wert von 1,1 Millionen Euro. Hinzu kommen noch 400.000 Euro auf dem Girokonto – insgesamt also drei Millionen Euro.

Weniger ist oft mehr

Wer weniger gutbetuchte Kunden als Looman berät, kann die Zahlen bequem um eine Kommastelle nach links korrigieren. Doch selbst bei diesem stattlichen Vermögen geht es nicht ohne Versicherungen. Looman rät in seiner Kolumne in der Regel nur zu vier freiwilligen Absicherungen: Privathaftpflicht, Krankenversicherung, BU-Schutz und zwei Risiko-Lebensversicherungen. „Sinnvoll und überlegenswert sind noch die Wohngebäudeversicherung und die Hausratversicherung“, meint Looman im persönlichen Gespräch, doch für erforderlich hält er bei diesem Vermögen im Beispielfall nur die Gebäudeversicherung. Damit wären wir bei fünf wichtigen Policen.

Privathaftpflicht: Höhere Deckung kaum teurer

Zur Privathaftpflicht: Die Deckung sollte schon 50 Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden beinhalten. Niedrigere Summen kosten kaum weniger. Daher empfiehlt er all jenen „einen kräftigen Nachschlag“, deren Summen nur bei fünf oder zehn Millionen Euro liegen.

Zur Krankenversicherung: Freiberufler treten meist schon in jungen Jahren der PKV bei. „Ich kenne jedoch viele, die im Ruhestand über monatliche Prämien von 1.000 Euro pro Nase klagen“, weiß Looman. Die Rückkehr in die GKV ist meist nicht möglich und im Beispielfall reine Utopie, weil das Ehepaar netto 240.000 Euro (= 20.000 Euro pro Monat) und damit weit über der Beitragsbemessungsgrenze verdient.

PKV: Mehr SB besser für den Kunden

Sparpotential sieht Looman beim Selbstbehalt (SB) bei ambulanter Behandlung. Meist werde aus falsch verstandener Sparsamkeit ein niedriger SB gewählt, was per Saldo aber teuer werden könne. Looman rechnet vor: Der Neuabschluss mit 50 kostet bei der Allianz rund 928 Euro Monatsbeitrag (SB: 500 Euro), aber mit 520 Euro nur gut die Hälfte bei 3.000 Euro SB. „Die Differenz der Prämien beträgt 4.896 Euro im Jahr, und die mögliche Zuzahlung bei höchstens 2.500 Euro pro Jahr, so dass der höhere SB das bessere Geschäft ist“, betont der Finanzanalytiker und rät zur Umstellung auf höheren SB.

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