Prosit Neujahr: Diese Beratungsansätze liefert 2021

Berater Panorama Top News Detlef Pohl

Das neue Jahr beginnt mit einigen monetären Veränderungen, die Makler auf dem Schirm haben sollten. Ein kurzer Überblick mit Kundenbezug und Beratungsansätzen für die kommenden 361 Tage.

Solidaritätszuschlag verschwindet. Bild: Pixabay/Syaibatul Hamdi

Nach zahlreichen teuren Jahren verziehen sich die Wolken ab sofort bei 90 Prozent der Einkommensteuerzahler: Der Solidaritätszuschlag verschwindet. Bild: Pixabay/Syaibatul Hamdi

Mit dem Jahreswechsel kommen stets auch neue Regeln und Vorschriften: 2021 bildet hier keine Ausnahme. Ob Soli-Wegfall, verbesserte Förderbedingungen beim Immobilienerwerb oder Änderungen bei der betrieblichen Altersversorgung – Makler können einige der neuen Gesetzesstatuten als Anlass für ein Kundengespräch nutzen. Ein Überblick:

"Soli" entfällt für Großteil der Deutschen

Für neun von zehn Steuerzahlern wird der Solidaritätszuschlag ab sofort gestrichen, für weitere rund 6,5 Prozent entfällt er teilweise. Das sorgt insbesondere bei kleineren und mittleren Einkommen für höhere Nettoeinkünfte. Ledige bringen es zu einem Mehreinkommen von bis zu 78 Euro netto monatlich, Verheiratete bis zu 156 Euro, rechnet das Institut für Vorsorge und Finanzplanung mit seinem Soli-Rechner vor.

Die direkte Umwandlung dieser Ersparnis zugunsten der Altersvorsorge bietet die Chance, die Versorgungslücke ohne zusätzliche Mittel zu verringern, heißt es beim Finanzvertrieb MLP. Allerdings werden Kapitalanleger nicht entlastet – sie müssen den Soli weiter in voller Höhe auf Erträge oberhalb des Sparerfreibetrags zahlen.

bAV: Mehr Steuerersparnis und SV-Freiheit

Zum 1. Januar haben sich wie gewöhnlich die Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) erhöht. Gemeint ist der maximale Bruttolohnbetrag, bis zu dem in die Sozialversicherung eingezahlt werden muss. In der gesetzlichen Rentenversicherung West – maßgeblich für Einzahlungen in die Betriebsrente – ist er laut Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung auf 85.200 Euro für 2021 gestiegen (2020: 82.800 Euro).

Arbeitnehmer können bekanntlich bis zu acht Prozent der jeweils aktuellen BBG steuerfrei und vier Prozent sozialabgabenfrei in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds einzahlen. 2021 steigt der steuerfreie Anteil somit um 16 Euro auf 568 Euro im Monat (85.200 x 8% : 12) und der maximale sozialabgabenfreie Anteil von acht Euro auf 284 Euro (85.200 x 4% : 12). Der Förderbetrag lässt sich noch erweitern, wenn der Arbeitgeber ergänzend eine U-Kasse oder Direktzusage anbietet (unbegrenzt steuerfrei).

Höhere Förderung für die Basisrente

Inhaber einer Basisrente können 2021 erneut einen größeren Teil ihrer Beiträge als Sonderausgaben geltend machen. Zum einen steigt der steuerliche Höchstbetrag, der an den Maximalbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung/West gekoppelt ist, von 25.046 auf 25.787 Euro. Gleichzeitig wächst der prozentuale Anteil, den das Finanzamt von den eingezahlten Beiträgen berücksichtigt, von 90 auf 92 Prozent. Somit sind 2021 maximal 23.724 Euro als Sonderausgaben abzugsfähig (2020: 22.541 Euro). Für Ehegatten verdoppeln sich diese Beträge.

Als Sonderausgaben zählen Basisrentenbeiträge gemeinsam mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung. Wer also als Angestellter viel verdient, hat seine Sonderausgaben damit meist schon ausgeschöpft und profitiert dann nicht von den Steuervorteilen der Basisrente – anders als Selbstständige, die voll auf die Basisrente setzen.

Höhere Kranken-BBG und Versicherungspflichtgrenze

Angestellte können 2021 ab 64.350 Euro Brutto-Jahreseinkommen (= 5.362,50 Euro) von der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung (GKV) in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln. Bislang lag diese Versicherungspflichtgrenze bei 62.550 Euro Bruttoeinkommen pro Jahr (= 5.212,50 Euro). Für PKV-Vollversicherte erhöht sich der maximale Arbeitgeberzuschuss auf nun 379,74 Euro (2020: 367,97 Euro).

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