Privatrente: Wildwuchs statt Vergleichbarkeit beim Rentenbezug

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Die Akzeptanz lebenslanger Renten ist nach wie vor gering. Ein Grund: Die lebenslange Rente wird nur in der Standardversion betrachtet. Inzwischen gibt es aber große Vielfalt an Produktausgestaltungen im Rentenbezug. Ein Marktüberblick.

Innovative Produkte für den Rentenbezug sollten in der Beratung stärker berücksichtigt werden, sagt Jochen Ruß. Bild: IFA Ulm

Der Markt zeigt inzwischen eine große Dynamik bei Produkten für den Rentenbezug von Rentenpolicen, die in der Beratung zur Altersvorsorge stärker berücksichtigt werden sollten, sagt Jochen Ruß. Bild: IFA Ulm

Heutzutage gibt es eine große Vielfalt an Produktgestaltungen in der Rentenbezugsphase, sodass Berater für unterschiedliche Kunden passende Lösungen statt des früheren Standards finden können. Die Zeiten seien vorbei, wo für private Rentenversicherungen lediglich die klassische Kapitalanlage mit der üblichen Überschussbeteiligung im Rentenbezug kalkuliert und dann lebenslang ausgezahlt wurde. „Das hat sich jedoch noch längst nicht im Detail herumgesprochen“, sagt Professor Jochen Ruß, Geschäftsführer des Instituts für Aktuarwissenschaften (IFA) in Ulm.

Um mehr Transparenz zu schaffen, hat das IFA einen Marktüberblick über bisher 38 Produkte von 27 Anbietern erstellt. Für die Rentenbezugsphase der Privatrente fallen drei Kategorien auf: innovative Kapitalanlage, viel Flexibilität in der Rentenbezugsphase sowie eine Rentenhöhe in Abhängigkeit von bestimmten Gesundheits- oder Berufseinflüssen.

Produkte mit innovativer Kapitalanlage

Hier hat das IFA zu Jahresbeginn 15 Produkte von 13 Anbietern gezählt. Derzeit dominieren sogenannte dynamische Hybridrenten. Diese stellen 10 der 15 Produkte dar, die sich untereinander jedoch teilweise stark unterscheiden. Darüber hinaus sind Renten mit folgenden Modellen am Markt: I-CPPI-Rente, Rente mit Indexbeteiligung, statische Hybridrente sowie Variable Annuity. Diese Angebote ermöglichen auch im Rentenbezug eine Vielfalt von Chance-Risiko-Profilen.

Produkte mit besonderer Flexibilität

In diesem Segment hat das IFA elf Produkte von acht Anbietern identifiziert – insbesondere Produkte mit besonders flexiblem Zugang zum Guthaben nach Rentenbeginn. Die Flexibilität endet entweder, wenn das Guthaben aufgebraucht ist, oder ab einem fest vereinbarten Alter. Auffällig ist, dass viele dieser Produkte gleichzeitig auch eine innovative Kapitalanlage aufweisen.

Produkte, bei denen Rentenhöhe von Einflussfaktoren abhängt

In diesem Segment hängt die Rentenhöhe neben dem Alter und dem zu verrentenden Betrag von weiteren Einflussfaktoren ab. So sind Pflegeoptionen weit verbreitet. „Mindestens 15 Anbieter haben eine derartige Option im Angebot“, hat Ruß beobachtet. Darüber hinaus offerieren zwei Anbieter gesundheitsabhängige Rentenphasen: LV 1871 (Tarif „Extra-Renten-Option“) und Liechtenstein Life („Option Rente Plus“) zahlen eine erhöhte Rente, sofern die versicherte Person bei Rentenbeginn eine reduzierte Lebenserwartung hat. Beim Münchener Verein hängt die Rentenhöhe vom bei Vertragsabschluss ausgeübten Beruf ab („HandwerkerRente“).

Insbesondere bei Produkten mit innovativer Kapitalanlage im Rentenbezug sei eine große Dynamik zu beobachten. Einige Produkte kamen gerade erst auf den Markt, andere Versicherer planten derzeit die Markteinführung. „Die Mehrzahl bietet derzeit jedoch keine innovativen Rentenbezugsphasen, was für weiteres Entwicklungspotenzial spricht“, so Ruß.

Vollständiger Marktüberblick bald verfügbar

Der Marktüberblick wurde mit Hilfe der Continentale, Generali und Canada Life finanziert. Bis zum 5. Februar können Makler den vollständigen Marktüberblick ausschließlich über die beiden Premiumpartner Continentale und Generali beziehen. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse steht hier zum kostenlosen Download bereit. "Ab 6. Februar gibt es das vollständige Dokument gratis im Internet“, verspricht Ruß.

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