Lebensversicherung: Diese Anbieter sind am gesündesten

Detlef Pohl Berater LV-Check Top News

Die Lebensversicherung bleibt ein ewiger Hoffnungsträger für die Altersvorsorge. Wegen der Niedrigzinsen müssen Berater und Kunden genau hinschauen, auch auf die finanzielle Stärke der Versicherer. Hier finden Sie die wichtigsten Erkenntnisse neuer Marktübersichten.

Welche LV-Anbieter Muskeln spielen lassen können. Bild: Pixabay/Elias Sch.

Bei der Stärke eines Lebensversicherers zählen viele Aspekte. Ratings zeigen ein weitgehend transparentes Bild. Nicht mehr alle Anbieter können ihre Muskeln spielen lassen. Bild: Pixabay/Elias Sch.

Das meiste Altersvorsorgegeschäft im vierten Quartal 2020 ging in Fondspolicen, sagen knapp 60 Prozent der Makler. Es folgen bAV (53,7 Prozent), Riester-Vorsorge (50 Prozent), Basisrente (44 Prozent), Indexpolicen und klassische Rentenpolicen (je 30 Prozent). Das ist das Ergebnis der Umfrage „Trends IV/2020“ der BBG Betriebsberatung, an der sich 311 Makler und Mehrfachvermittler beteiligt hatten (Mehrfachnennungen erlaubt).

Die Lebensversicherung an sich bleibt also trotz Niedrigzinsen für die Altersvorsorge unersetzlich. Ihre Attraktivität ist immer in der jeweiligen Zeit zu beurteilen, erinnert Peter Schwark. „Wirkt ein Zins von vier Prozent heute sehr hoch, so erschien derselbe Zins Mitte der neunziger Jahre eher niedrig“, so der stellvertretende GDV-Hauptgeschäftsführer. War der garantierte Beitragserhalt um das Jahr 2000 gemessen am damaligen Zinsniveau von fünf Prozent eine niedrige Minimalabsicherung, so sei das gleiche Garantieniveau in Zeiten negativ verzinster Bundesanleihen mehr als ansehnlich.

Lebensversicherung quicklebendig, aber nicht jeder Anbieter?

Kern der Lebensversicherung ist laut Schwark das abstrakte Prinzip des Risikoausgleichs. Dessen konkrete Ausgestaltung folge immer der jeweiligen Zeit, insbesondere den Gegebenheiten an den Kapitalmärkten. Der Risikoausgleich in der Gemeinschaft der Versicherten und über die Zeit, zwischen den verschiedenen Jahrgängen an Versicherten, wirke unabhängig von einem bestimmten Zinsniveau oder einem bestimmten Marktumfeld.

Es kommt aber in jeder Zeit auf den richtigen Anbieter und das passende Produkt an. Dies bestätigte kürzlich Oliver Bäte, Vorstandschef des Allianz-Konzerns, der im „Handelsblatt“ angesichts der anhaltenden Niedrigzinspolitik vor Pleiten deutscher Lebensversicherer warnt, aber Lebensversicherungen an sich nicht als Auslaufmodell sieht. Die Lebenspolice sterbe nicht aus, sondern sei quicklebendig. Die Nachfrage in Japan und der Schweiz, die auch seit langem Niedrigzinsen haben, beweise das.

Die Gesellschaften mit der besten Firmenqualität

Gegen den Renditeschwund setzt Bäte auf Produkte mit weniger Sicherheit, also niedrigeren Garantien, moderne Kapitalanlagestrategien und Finanzstärke. Was die Unternehmensqualität der Lebensversicherer angeht, stellte das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) kürzlich mit seinem Rating LV-Unternehmensqualität der Branche insgesamt ein gutes Zeugnis aus.

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