Kfz-Versicherung muss 20.000 Euro für angefahrenen Hund zahlen

Martin Thaler Berater Recht & Haftung

Bei einem Zusammenstoß zwischen Hund und Auto muss meistens der Tierhalter für den Schaden aufkommen. In einem Fall vor dem Landgericht München war nun das Gegenteil der Fall.

Rhodesian Ridgeback Bild: Pixabay/ChristianaT

Ein Rhodesian Ridgeback hatte im Jahr 2017 einen schmerzhaften Zusammenstoß mit einem Auto. Bild: Pixabay/ChristianaT

Kommt es zu einer Kollision zwischen Hund und Auto geht es meist darum, ob die Tierhalterhaftpflichtversicherung die Schäden am Fahrzeug übernimmt. Gerichte – beispielsweise das Amtsgericht Bad Kreuznach (Az: 23 C 428/13) schätzen die Betriebsgefahr eines Fahrzeugs in der Regel geringer ein als die Tiergefahr – dies spielt allerdings nur dann eine Rolle, wenn der konkrete Unfallhergang nicht mehr rekonstruiert werden kann. Beim Fall eines Hundebesitzers, der nun vor dem Münchener Landgericht verhandelt wurde, gestaltete sich die Sachlage hingegen anders.  

Was war geschehen?  

Auf dem Gelände eines Münchener Gewerbeparks hatte ein Hundehalter seinen vier Monate alten Rhodesian Ridgeback an einer Leine spazieren geführt, als er von einem Fahrzeug überholt wurde. Der mit 20 km/h fahrende Wagen (Geschwindigkeitslimit auf dem Gelände: 10 km/h) erfasste beim Passieren den Hund an dessen linker Vorderpfote.  

Vor Gericht ging es nun um die Frage, ob auch der Hundehalter für einen Teil der Behandlungskosten in Höhe von 20.000 Euro aufkommen musste – schließlich habe sich hier die Tiergefahr verwirklicht, wie der Autofahrer bzw. dessen Versicherung argumentierten. 

Das Urteil  

Das Gericht wollte sich der Auffassung des Autofahrers nicht anschließen: Es habe sich bei dem Unfall zwischen dem Pkw und dem Hund keine typische Tiergefahr verwirklicht – ein Mitverschulden des Hundehalters sei somit ausgeschlossen. Stattdessen habe der Autofahrer den Unfall durch seine überhöhte Geschwindigkeit verursacht.  

Auch die Höhe des Schadensersatzes beanstandete das Gericht nicht: Bei einem sich noch im Wachstum befindlichen Hund sei bei der Fraktur der linken Vorderpfote eine Physiotherapie medizinisch notwendig gewesen.  

Das Gericht verurteilte die gegnerische Kfz-Haftpflichtversicherung ebenfalls dazu, für zukünftige, nicht auszuschließende Schäden aufzukommen.  

Das Urteil ist rechtskräftig.

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