Jeder Zweite kennt Gesundheitsservices seiner Krankenkasse nicht

Wolfgang Zehrt Versicherungen

Vom Kostenerstatter zum Gesundheitsdienstleister – dieser Transformationsprozess wird bei vielen privaten Krankenversicherungen vorangetrieben. Viele Versicherte wissen die zusätzlichen Leistungen zu schätzen – sofern diese denn bekannt sind.

Gesundheitsservices Bild: Aktion gesunder Rücken e.V.

Auch Online-Fitnesskurse werden von vielen privaten Krankenversicherern angeboten.Bild: Aktion gesunder Rücken e.V.

Mit dem Angebot zusätzlicher Gesundheitsservices scheinen die privaten Krankenversicherer bei ihren Kunden genau ins Schwarze getroffen zu haben. Laut einer Erhebung der Kölner Ratingagentur Assekurata steht die überwiegende Mehrheit der Versicherten (93 Prozent) dem Thema aufgeschlossen gegenüber. Unterschiede zwischen Gesunden und chronisch Kranken gibt es hier kaum. Besonders hoch ist die Zustimmung in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen.

Nur bei wenigen der Befragten stoßen die Gesundheitsservices ihrer Krankenversicherung, die von speziellen Präventionsangeboten bis hin zu Fitness-Tipps reichen, auf geringes Interesse: Für lediglich 7,4 Prozent kommt eine Unterstützung nicht in Frage. Vor allem Frauen zeigen sich hier zurückhaltend: Bei den weiblichen Befragten ist das Desinteresse an den Gesundheitsservices doppelt so hoch wie bei den Männern. Der gute eigene Gesundheitszustand und der Wunsch nach großer Selbstbestimmung in Gesundheitsfragen seien laut Assekurata dafür ausschlaggebend.

Zustimmung zu Gesundheitsservices ja – Kenntnis nein

Großen Nachholbedarf gibt es für die Versicherer allerdings im Hinblick auf die Kommunikation ihrer zusätzlichen Services. Jeder Zweite kennt die Gesundheitsservices seiner Versicherung nicht, bei der Verwandlung vom „Payer zum Player“ sei laut Assekurata entsprechend „noch viel zu tun für die Unternehmen“. Von denen, die die Unterstützungsangebote kennen, hat sich ein Drittel durch eigene Initiative informiert, meist auf der Website des Unternehmens. Selbst bei den chronisch Erkrankten wurde laut Assekurata-Studie nur jeder Zehnte aufgrund seiner spezifischen Erkrankung von den Versicherern selbst auf die weitergehenden Angebote aufmerksam gemacht. Diese niedrige Quote hänge aber, so die Assekurata, unter anderem mit datenschutzrechtlichen Bestimmungen im Gesundheitssektor und der volatilen Datenqualität zusammen.

Nichtsdestotrotz: Wollen die Versicherer von ihren Kunden tatsächlich nicht nur als Leistungserstatter, sondern als Kümmerer wahrgenommen werden, müssen die jeweiligen Angebote aktiver kommuniziert werden. Nur dann ließen sich die hiermit verbundenen Ziele – positive Effekte auf der Leistungsseite und eine höhere Kundenzufriedenheit – tatsächlich genieren. 

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