IT-Risiken im Handwerk richtig versichern

Firmenkunden Berater Top News Digital von RENÉ WEIHRAUCH

Intelligente Maschinen, vernetzte Technik, Drohnen, 3-D-Druck – die Digitalisierung verändert auch im Handwerk die Arbeitswelt grundlegend. Doch oft hinkt der Versicherungsschutz der Entwicklung hinterher. Makler sollten ihre Kunden rechtzeitig auf Risiken hinweisen, die das digitale Zeitalter mit sich bringt.

Drohnen werden immer häufiger gewerblich eingesetzt. Bild: Adobe Stock/Shutter2U

Drohnen werden immer häufiger gewerblich eingesetzt. Experten empfehlen aber dringend den Abschluss einer Luftfahrt-Haftpflichtversicherung, ergänzend zur bereits bestehenden Betriebshaftpflicht. Bild: Adobe Stock/Shutter2U

Versicherungsschutz im IT-Zeitalter – dazu gehört für Handwerksbetriebe weit mehr als „nur“ eine passgenaue Cyberversicherung. Natürlich: Wie in allen Unternehmen zählt der Schutz vor IT-Schäden und Hackerangriffen auch für selbstständige Handwerker zur Basisabsicherung. Ohne eine Cyberpolice kann im schlimmsten Fall die Firmenexistenz gefährdet sein, etwa bei langfristigen Betriebsunterbrechungen. Auch Schadenersatzforderungen von Kunden aufgrund eines IT-Fehlers können einen Betrieb an den Rand des Ruins bringen. Eine individuell aufs Unternehmen zugeschnittene Cyberversicherung bietet dagegen einen guten Schutz. Doch gerade im Handwerk entstehen durch den technischen Fortschritt zahlreiche weitere Risiken, die unbedingt abgedeckt sein sollten.

Beispiel 3-D-Druck: Mit den sogenannten additiven Druckverfahren lassen sich schnell und kostengünstig Objekte aller Art per Mausklick herstellen, von A wie Autozubehör bis Z wie Zahnprothesen. „Der 3-D-Druck wirft allerdings neue Fragen zum Versicherungsschutz auf“, erklärt Burkhard Krüger, Abteilungsleiter Haftpflicht Firmenkunden bei R+V. „Das gilt insbesondere in Bezug auf Produkthaftung, Produktrückrufe und eventuell eintretende Eigenschäden des Herstellers, weil er seine ursprünglich genutzten Zulieferer nicht mehr in Regress nehmen kann.“ Eine bestehende Haftpflichtversicherung sollte deshalb um einen effektiven Schutz vor 3-D-Schäden erweitert werden. Dazu zählen auch Rechtsverletzungen von Marken- und Patentrechten, Schäden durch Nutzungsausfall und Umrüstungskosten. In diesem Bereich sehen Experten noch enormes Marktpotential für Makler.

Ein anderes Beispiel betrifft den Einsatz von Drohnen, etwa auf Baustellen. Hier werden die fliegenden Helfer beispielsweise zur Kameraüberwachung oder bei Dachinspektionen eingesetzt. Zeit- und kostenaufwändige Vermessungen lassen sich so vermeiden. Für den Fall, dass eine Drohne abstürzen oder aus anderen Gründen einen Schaden anrichten sollte, empfehlen Experten aber dringend den Abschluss einer Luftfahrt-Haftpflichtversicherung, ergänzend zur bereits bestehenden Betriebshaftpflicht. Damit sind Schäden aus der gewerblichen Drohnennutzung abgesichert.

Auch für Maschinenbauer birgt die Digitalisierung neue Risiken. Softwarebasierte Produktionen und Dienstleistungen gehören in vielen Betrieben heute zum Standard. Bei Schäden, die Dritten durch einen IT-Fehler entstehen, besteht im Maschinenbau jedoch vielfach eine Versicherungslücke, wie Jan Timmermann erklärt. Der Leiter des Industriebereichs Haftpflicht bei der Funk-Gruppe: „Unternehmen können bei Schäden Dritter normalerweise auf ihre Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherung zurückgreifen. Reine IT-Vermögensschäden werden hier aber nicht abgedeckt – und werden so schnell zum Risiko der Digitalisierung.“ Hier kann eine spezielle IT-Vermögensschaden-Police durchaus sinnvoll sein.

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