Hohe Hausrat-Gewinne: Sind Versicherer zur Beitragssenkung verpflichtet?

Florian Burghardt Versicherungen Top News

Die Hausratversicherung liefert ihren Anbietern seit Jahren satte Gewinne. Aber müssten die Beiträge nicht gesenkt werden, wenn sie die Kosten langfristig deutlich übersteigen? Mit diesem Thema verfahren die Versicherer höchst unterschiedlich.

Wie beteiligen die Versicherer ihre Kunden daran, wenn sie mit einzelnen Sparten langfristig hohe Gewinne erzielen? Bild: Adobe Stock/22091967

Wie beteiligen die Versicherer ihre Kunden daran, wenn sie mit einzelnen Sparten langfristig hohe Gewinne erzielen? Bild: Adobe Stock/22091967

Steigende Preise stimmen die wenigsten Bestandskunden fröhlich. Doch dann und wann müssen Versicherer ihre Beiträge anheben, weil diese ansonsten mathematisch nicht mehr zur Absicherung der eingekauften Risiken ausreichen. Aber was, wenn die Statistik belegt, dass ein Unternehmen seit Jahren deutlich mehr Geld einnimmt, als an Kosten für den Schutz anfällt?

Ein besonders auffälliges Beispiel ist die Hausratversicherung. Seit Jahren machen die 50 größten Anbieter auf dem deutschen Markt, laut der aktuellen Branchenmonitor-Studie, im Schnitt Gewinne von über 20 Cent pro Beitragseuro. Bei einigen Versicherern übersteigen die Einnahmen die Kosten sogar um über 40 Prozent. Müssten angesichts solcher Entwicklungen die Preise nicht nach unten angepasst werden?

Versicherungsvereine können Überschüsse erstatten

„Auf die auch für uns überraschend positive Entwicklung bei den Einbruch-/Diebstahlschäden in den letzten Jahren haben wir bereits mit Absenkungen der Beiträge reagiert“, erklärte ein Sprecher der Huk-Coburg-Gruppe auf procontra-Nachfrage. Die Huk24 weist im 6-Jahres-Durchschnitt eine Combined Ratio von 63,2 Prozent aus. Die Einheiten mit deutlich größeren Hausrat-Vertragsbeständen, der Huk-Coburg VVaG (70,4 Prozent) und die Huk-Coburg Allgemeine (71,9 Prozent), kommen ebenfalls auf hohe Gewinnmargen.

Von 2014 bis 2019 ist die Combined Ratio aller drei Huk-Einheiten immer weiter gesunken. Der Versicherungsverein der Coburger würde seine Mitglieder jedoch regelmäßig an den Überschüssen durch Beitragsrückerstattungen beteiligen, heißt es aus Franken. Eine Option, die Versicherer als Aktiengesellschaften nicht haben.

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