Gewerbeversicherung: So können Makler den harten Markt 2021 meistern

Berater Versicherungen Top News von Uwe Schmidt-Kasparek

Mehr Risiko- und Schadensmanagement

Gleichzeitig sollte ein aktives Risikomanagement eine größere Rolle spielen und gemeinsam mit den Kunden ein umfassendes Schadensverhütungsprogramm entwickelt werden. Dabei geht es darum, eine „Was wäre, wenn“-Simulation zu erstellen. So könnten beispielsweise Kunden mit Flotten, die viele Parkschäden haben, ihren Fuhrpark mit Rückfahrkameras ausrüsten. Bei Unfällen aus dem fließenden Verkehr sei eine wortgesteuerte Freisprechanlage sinnvoll, wenn Unfälle immer wieder beim Telefonieren passieren.

Alle technischen Schadensverhütungsmaßnahmen kosten natürlich Geld. Weniger direkten Aufwand verursacht es, wenn die Mitarbeiter stärker in die Schadensverhütung eingebunden werden. Die Experten raten beispielsweise dazu, eine höhere Eigenbeteiligung am Schadensrisiko durch das Unternehmen öffentlich in der Belegschaft zu kommunizieren.

Als sehr erfolgsversprechend gilt ein Bonussystem, das positive Reize setzt, wenn Schäden oder Unfälle für eine längere Zeit vermieden werden. „Mit dem Versicherer sollte dann aber klar vereinbart werden, wie sich die Investments über die Zeit für den Kunden auszahlen“, fordert BDVM-Präsident Haukje. Sein aktueller Geheimtipp sind die öffentlichen Regionalversicherer. Sie hätten ihre Kapazitäten für den Firmenschutz per eigenem Rückversicherer erweitert.

Checkliste nutzen

Auf Basis der Studie „Risikomanagement und Risikoberatung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU)“ hat der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) eine Checkliste herausgegeben. Damit kann transparent beraten werden. Erläutert werden wichtige Schritte wie die Identifikation, Analyse und Bewertung des Risikos von Unternehmen. Im Gewerbebereich landen vor allem kleinere Versicherungsmakler immer wieder in einer Telefonschleife. „Die Versicherer haben hier massiv Personal eingespart“, moniert Julie Schellack vom Versicherungsmakler Martens & Prahl aus Lübeck.

Da digitale Prozesse vonseiten der Gewerbe- und Industrieversicherer immer noch ein echter „Flickenteppich“ seien, sollten Vermittler technisch fortschrittliche Verbünde und Kooperationen nutzen. Dabei sollten sie prüfen, ob das von ihnen genutzte Maklerverwaltungsprogramm dort direkt auf einen Vergleich von Gewerbepolicen zugreifen kann und so ein weitgehend automatischer Abschluss möglich ist.

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