Gesundheitsvorsorge: Für Makler gibt es viel zu tun

Stefan Terliesner Berater Versicherungen Top News

„Damit bieten Arbeitgeber immer den richtigen Schutz und machen Vermittler immer das richtige Angebot“, unterstreicht Hofmeier. Das Produkt sei arbeitgeberfinanziert. Eine Innovation im Markt sei das Ansparen von Mitteln bei Leistungsfreiheit. Nimmt ein Arbeitnehmer in einem Jahr keine Leistungen in Anspruch, kann er jeweils 10 Prozent über 5 Jahre ansparen. In der Spitze kann er also auf ein Budget von 1.800 Euro kommen. „Gerade bei größeren Behandlungen wie bei Zahnersatz kann dies sinnvoll sein“, meint Hofmeier.

Solche flexiblen und individualisierbaren Lösungen gibt es auch von anderen Versicherern. Die Gothaer zum Beispiel bietet seit Sommer 2020 drei Töpfe mit 300, 500 und 750 Euro jährlich. Die Hallesche kam als einer der ersten Anbieter 2019 mit Feelfree als Budgettarif auf den Markt. Als weiteres Beispiel für neue Tarife in der betrieblichen Krankenversicherung sei noch einer der HanseMerkur genannt. Seit Juli 2020 ist der Versicherer mit dem bKV-Tarif BKA am Markt, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. Und weiter: „Dabei handelt es sich um eine ambulante Krankenversicherung mit dem Kernziel der individuellen Absicherung der unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter einer Firma im Rahmen nur eines Tarifs.“

Neben Vorsorgeleistungen und Prävention biete dieser ein Spektrum an ambulanten Leistungen an, die der Mitarbeiter je nach Bedarf frei wählen könne. Der Arbeitgeber profitiere durch die Flexibilität, da die unterschiedlichen Bedürfnisse seiner Arbeitnehmer mit nur einem Tarif erfüllt würden. Laut HanseMerkur „wird der Tarif sehr gut vom Vertrieb angenommen“. Solche Ideen jedenfalls sollen daran mitwirken, die noch niedrige Durchdringungsquote in den Betrieben zu steigern. Dann befände sich das Zusatzgeschäft weiterhin auf einem Wachstumskurs.

Beitragssprünge als Problem

Nach so vielen guten Aussichten für das PKV-Geschäft muss an dieser Stelle auch auf aufziehende Gewitterwolken hingewiesen werden – und wieder ist Corona die Ursache. Zur Ankurbelung der Investitions- und Konsumnachfrage hat die Europäische Zentralbank das Zinstief am Kapitalmarkt zementiert. Damit fällt es Versicherern mit Fokus auf festverzinsliche Anleihen immer schwerer, ausreichende Erträge zu erzielen. Das wiederum erhöht bei den einzelnen Unternehmen den Druck zur Absenkung des Rechnungszinses in der Vollversicherung, was steigende Beiträge zur Folge hat.

Beitragsanpassungen dürfen die Versicherer aber nur vornehmen, wenn bei zwei sogenannten auslösenden Faktoren bestimmte Schwellenwerte überschritten werden. Das dauert mitunter ein paar Jahre. Dann aber ist die Anpassung umso größer. Marktführer Debeka hat nach vier Jahren Beitragsstabilität jetzt einen Anstieg um 17,6 Prozent für 2021 angekündigt. Andere Versicherer werden nachziehen; wenn auch nicht alle in diesem Ausmaß. Der Verband der Privaten Krankenversicherung rechnet branchenweit mit einer durchschnittlichen Beitragserhöhung in der Vollversicherung um 8,1 Prozent. Den Ärger der Kunden über höhere Beiträge bekommen auch Makler zu spüren. Sie müssen dann erklären, weshalb es zu solchen Sprüngen kommt. Auch aus diesem Grund dürften sie 2021 alle Hände voll zu tun haben.

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