Gesundheitsvorsorge: Für Makler gibt es viel zu tun

Stefan Terliesner Berater Versicherungen Top News

Für Makler bietet die Kampagne eine gute Gelegenheit, entsprechende Kunden auf die Wechselmöglichkeit anzusprechen. Versicherer wie zum Beispiel HanseMerkur haben bereits im Vorfeld der Aktion neue Tarife für Beamte auf den Markt gebracht. „Jetzt geben wir auch im Markt der Beihilfetarife mehr Gas“, betont ein Unternehmenssprecher. Das Beihilfegeschäft sei wichtig, weil es bislang keinen Änderungen in der Sozialversicherung unterworfen war. Im Selbstständigen-Segment dagegen würden die „Dumpingpreise der GKV das Geschäft verkleinern“. Und im Angestellten-Sektor komme die PKV regelmäßig durch die Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze unter Druck.

Derzeit dürfen Arbeitnehmer nur in die PKV wechseln, wenn sie mehr als 62.550 Euro im Jahr verdienen. Für 2021 erhöht sich diese Jahresarbeitsentgeltgrenze auf 64.350 Euro. Seit Jahren steigt sie um 2 bis 3 Prozent. Im Gegensatz zur lange schwächelnden Vollversicherung wächst das Zusatzgeschäft seit Jahren kontinuierlich um 2 bis 3 Prozent. Aktuell dürfte es einen Bestand von fast 28 Millionen Zusatzpolicen geben. Bei Kunden beliebt ist insbesondere Zahnzusatz. Aber auch die betriebliche Krankenversicherung erweist sich als Zugpferd innerhalb des Zusatzgeschäfts.

Zwar ist die Durchdringungsquote noch gering – laut Versicherungsforen Leipzig bieten aktuell 7 Prozent der Unternehmen eine Absicherung über den Betrieb an –, indes stiegen Interesse und Angebot stark an.

Schutz über den Betrieb

Branchenkenner halten die Absicherung über den Betrieb zusätzlich zur gesetzli-chen Kasse für einen Wachstumsmarkt. Argumente wie Fachkräftemangel und ein steigendes Durchschnittsalter der Beschäftigten respektive ein erhöhtes Risiko krankheitsbedingter Ausfälle würden immer mehr Arbeitgeber bewegen, einen zusätzlichen Krankenschutz für ihre Mitarbeiter anzubieten.

Immer häufiger stimmten Unternehmen dabei einer arbeitgeberfinanzierten Absicherung zu. Das wiederum eröffne den Produktgebern viel Spielraum bei der Tarifgestaltung. Seit November 2020 zum Beispiel ist die Continentale mit dem Angebot ConCept Choose auf dem Markt. Für die Dortmunder bildet der Tarif den Einstieg in die betriebliche Krankenversicherung. Weitere Tarife sollen folgen. „Mit Choose“, sagt Helmut Hofmeier, Vorstand bei der Continentale Krankenversicherung, „können Vermittler Unternehmen immer eine passende Absicherung für deren Mitarbeiter anbieten, die auch deren Familienangehörigen zur Verfügung steht.“

Das Prinzip: Der Arbeitgeber wählt ein jährliches Gesundheitsbudget für die Beschäftigten aus: 400, 800 oder 1.200 Euro pro Jahr und Mitarbeiter. Mindestens zehn Arbeitnehmer müssen versichert werden. Der einzelne Mitarbeiter bestimmt dann, welche Leistungen des Versicherers er innerhalb dieses Finanzrahmens und der versicherbaren Leistungen in Anspruch nehmen möchte – und zwar ambulant, stationär oder beim Zahnarzt.

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