Gesundheitsvorsorge: Für Makler gibt es viel zu tun

Stefan Terliesner Berater Versicherungen Top News

In der Pandemie steigt das Gesundheitsbewusstsein der Menschen spürbar, viele öffnen sich dem privaten Zusatzschutz. Weitere Vertriebschancen für Makler kommen hinzu. Doch ein Ärgernis bleibt.

Viel Arbeit für Makler Bild: Pixabay/Pixelpower-01

Beim Thema Gesundheitsvorsorge dürfte in diesem Jahr viel Arbeit auf Makler warten. Bild: Pixabay/Pixelpower-01

Makler mit Fokus auf die private Krankenversicherung (PKV) haben alle Hände voll zu tun. Ein mächtiger Treiber ist die Corona-Pandemie. Vermittler müssten ihr Büro digitalisieren, Kunden mit Zahlungsschwierigkeiten beraten und eine erhöhte Nachfrage bewältigen, berichtet Christian Faber vom Maklerdienstleister KV-Werk. „Wir stellen fest, dass das Bewusstsein der Bevölkerung für einen leistungsfähigen Versicherungsschutz gewachsen ist“, heißt es etwa bei der HanseMerkur.

Die ersten Versicherer berichten bereits von beeindruckenden Wachstumszahlen. So meldete die Arag Krankenversicherung eine Verdopplung des Neugeschäfts nach Beiträgen. Daran mitgewirkt hätten auch die neuen Vollversicherungstarife MedExtra und MedBest. Laut Arag-Vorstand Roland Schäfer „haben sich die beiden leistungsstarken Produkte zu weiteren Verkaufsschlagern entwickelt“.

Negativtrend gebrochen

In der Krise nehmen viele Menschen die Vorzüge einer privaten Absicherung wieder wahr; zum Beispiel schnelle Terminvergabe beim Arzt und kein langes Warten in überfüllten Wartezimmern. Das gilt sowohl für das Geschäft mit Zusatz- wie für das mit Vollversicherungen. In diesem Jahr dürfte sogar ein Negativtrend gebrochen werden. Erstmals seit 2011 könnte die Zahl der Vollversicherten in der PKV wieder steigen. Genaues wird man erst in einigen Monaten wissen, wenn die Daten für 2020 vorliegen. Denn die Corona-Pandemie zwingt vermutlich etliche Selbstständige, deren Einnahmen wegen der staatlich angeordneten Geschäftsschließungen wegbrechen, zu einem Austritt aus der PKV. Wie der Saldo letztlich aussieht, bleibt also abzuwarten.

Schwung ins Vollversicherungsgeschäft bringt auch eine Sonderöffnungsaktion des Verbands der Privaten Krankenversicherung. Noch bis zum 31. März 2021 bieten die Mitgliedsunternehmen allen gesetzlich versicherten Beamten mit Vorerkrankungen oder Behinderungen einen erleichterten Zugang ins PKV-System an. Auch für Angehörige gilt das Angebot, sofern sie Anspruch auf Beihilfe haben und nicht versicherungspflichtig in der GKV sind. Bereits heute sind mehr als die Hälfte der PKV-Vollmitglieder Beihilfeberechtigte, das heißt, für die Kos­ten der Krankenversicherung erhalten sie einen Zuschuss von ihrem jeweiligen Dienstherrn.

Mit der Öffnungsaktion haben Staatsdiener, die bisher versäumt haben, sich privat zu versichern, noch einmal die Chance dazu. „Wir setzen damit ein Signal, dass Beamte und PKV zusammengehören“, sagt PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther.

Seite 1: Neuer Schwung fürs Versicherungsgeschäft
Seite 2: Möglichkeit zur Ansprache
Seite 3: Gute Aussicht, aber auch Gewitterwolken