Energiewende bietet Maklern riesiges Marktpotenzial

Firmenkunden Berater Top News von René Weihrauch

Die Energiewende in Deutschland ist in vollem Gange. Doch ohne die Versicherer wäre der Ausbau erneuerbarer Energieträger kaum möglich. Sie decken Schadensrisiken an Biogas- und Solaranlagen, Windrädern und vielem mehr ab. Ein neues Gesetz könnte dem Trend bald zusätzlichen Schwung verleihen.

Ob Wind, Wasser oder Sonne: Die Energiewende bietet Maklern einiges Potential. Bild: Adobe Stock/Fokke

Ob Wind, Wasser oder Sonne: Die Energiewende bietet Maklern einiges Potential. Bild: Adobe Stock/Fokke

Um die vertraglich vereinbarten Klimaziele zu erreichen, muss Deutschland seinen CO2-Ausstoß weiter verringern und noch stärker auf erneuerbare Energien setzen. Damit steigt auch der Bedarf an Versicherungen, die mögliche Schäden an Anlagen und Haftpflichtansprüche abdecken. So verzeichnete das Umweltbundesamt für 2017 allein bei Biogasanlagen rund 750 Unfälle. Gerissene Tanks, technische Pannen an Solarpanelen, Sturmschäden an Windrädern gehören zu den häufigsten Risiken. „Für Versicherer wird das Geschäft mit den erneuerbaren Energien immer wichtiger“, heißt es zusammenfassend in einem Bericht des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Energiegesetz legt hohe Ziele fest

Befeuert wird dieser Trend durch die im Herbst 2020 beschlossene Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Demnach sollen schon 2030 fast zwei Drittel des in Deutschland erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien kommen. Bis 2050 ist eine komplett CO2-neutrale Energiegewinnung geplant. Das betrifft nicht nur Großkunden wie Kraftwerke oder Betreiber großer Solar- und Photovoltaikanlagen, sondern auch zehntausende kleine Anlagen auf Wohngebäuden wie Einfamilienhäusern – zumal Bauherren nach dem neuen Gebäudeenergiegesetz bei Neubauten künftig mindestens eine erneuerbare Energieform nutzen müssen.

Zwar gibt es für private Solarstrom- und Photovoltaikanlagen bisher keine Versicherungspflicht. Dennoch raten Verbraucherschützer Hausbesitzern dringend zu einem ausreichenden Schutz.
„Anlagen lassen sich meist für einen kleinen Aufpreis über die Wohngebäude- oder Elementarschadenversicherung versichern“, empfehlen Experten der Verbraucherzentrale. Für Anlagen ab zehn Kilowatt Leistung könne sich auch eine reine Photovoltaikversicherung lohnen. Zu den Schäden, die durch die Police abgedeckt sein sollten, zählen laut Verbraucherzentrale unter anderem Diebstahl, Wasser und Frost, Sturm und Hagel, Elementargefahren wie Schneedruck, Brand und Blitzschlag, Ertragsausfall, Bedienungsfehler und Kurzschlüsse.

Wasserstoff soll Energiewende Schwung geben

Zusätzlich sollten Makler im Kundengespräch abklopfen, ob Haftpflichtschäden schon durch die private Haftpflichtversicherung des Kunden abgedeckt sind oder ob eine Ergänzung des Schutzes notwendig ist – etwa wenn bei Sturm abgerissene Solarpanele ein fremdes Auto beschädigen oder ein Feuer auf benachbarte Gebäude übergreift. Solaranlagen gelten in der Regel zwar nicht als Brandauslöser, können die Ausbreitung von Flammen aber beschleunigen.

Immer interessanter könnte in Zukunft auch der Energieträger Wasserstoff werden. Seit die Bundesregierung eine eigene Wasserstoffstrategie in das Energiewendekonzept integriert hat, ruhen große Hoffnungen auf dem farb- und geruchlosen Gas. „In den kommenden fünf Jahren dürfte Wasserstoff auch für deutsche Versicherer eine Rolle spielen“, glaubt GDV-Experte Thorsten Land. Fest steht: Die Energiewende bietet Maklern jede Menge Marktpotenzial.

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