Check24 nimmt Konto-Vergleichsseite wieder vom Netz

Martin Thaler Digital Investmentfonds Panorama

Nach nur fünf Monaten hat Check24 sein Bankkonten-Vergleichsportal wieder vom Netz genommen. Verbraucherschützer hatten geklagt und die geringe Marktabdeckung kritisiert. Nun sollen nach deren Meinung andere Betreiber ins Spiel kommen.

Check24 Bild: Adobe Stock/nmann77

Check24 hat sein Vergleichsportal für Bankkonten nach fünf Monaten wieder vom Netz genommen. Bild: Adobe Stock/nmann77

Das Vergleichsportal Check24 nimmt seine Kontovergleichsseite, auf der Bankkunden Informationen über die Höhe von Dispozinsen, Kontogebühren etc. abrufen konnten, nach nur fünf Monaten wieder vom Netz. Grund dafür sei die unklare Rechtslage, wie ein Unternehmenssprecher gegenüber der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Geklagt hatten unter anderem der Verbraucherzentrale Bundesverband vzbv sowie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Bemängelt wurde vor allem, dass von 1.717 Kreditinstituten in Deutschland nur 567 aufgelistet worden waren. In über 90 Prozent der Fälle sei zudem nur ein Kontomodell je Kreditinstitut aufgeführt worden, nicht jedoch das vollständige Angebot der Banken. Laut Verbraucherschützern war das die Seite auch zu nahe angelehnt an die kommerziellen Interessen von Check24.

„Das Angebot von Check24 war nicht geeignet, für Verbraucherinnen und Verbraucher einen Überblick über geeignete Kontoangebote am Markt zu finden“, erklärte vzbv-Vorsitzender Klaus Müller gegenüber der dpa. Zugleich sprach er sich für eine Neuvergabe an einen unabhängigen Träger wie die Stiftung Warentest oder die deutschen Finanzaufsicht BaFin aus.  

Check24 verweist auf objektive Regeln

Entsprechend verhaltend fällt die Reaktion aus München aus. Christoph Röttele, Chef von Check24, moniert gegenüber der dpa: „Wir haben in gemeinsamen Gesprächen mit Politik und Verbraucherschutz die Weiterentwicklung des Vergleichs für Verbraucher diskutiert. Jetzt dafür verklagt zu werden, dass wir gesetzliche Kriterien umsetzen, ist unfassbar." Einen rechtssicheren Rahmen, der Investitionen in Deutschland möglich mache, sehe er derzeit als gefährdet an, bemerkte Röttele.  

Kritik hatte es auch von Seiten des Verbandes der Sparda-Banken und vom bayerischen Genossenschaftsverband gegeben. Diese hatten mögliche Interessenkonflikte angemahnt. Im Herbst ist auch Check24 ins Bankengeschäft eingestiegen und bietet seitdem ein eigenes Girokonto an. Ein Interessenkonflikt hatte das Vergleichsportal zurückgewiesen. Der Kontenvergleich sei staatlich reguliert, das hauseigene Angebot werde nach denselben objektiven Regeln verglichen.

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