Brexit: Worauf Makler bei britischen Policen achten müssen

Detlef Pohl Berater Recht & Haftung Versicherungen Panorama

Bei Lebensversicherungen, die noch viele Jahre laufen, ist Umdeckung jedoch zumeist ein schlechtes Geschäft für den Kunden. Anbieter wie Standard Life, Clerical Medical und Friends Provident haben daher Verträge deutscher Kunden bereits vor längerer Zeit auf Gesellschaften in einem EU-Land übertragen.

Handlungsbedarf für knapp 40 Gesellschaften

Die BaFin teilt auf Anfrage der procontra-Redaktion mit, dass zum Jahresende 2020 insgesamt 38 Versicherer und 2 EbAV aus dem Vereinigten Königreich Verträge in ihrem Bestand hatten, die über den Europäischen Pass in Deutschland gezeichnet worden waren.

Konkrete Namen von Versicherern, bei denen nun Handlungsbedarf besteht, werden in der Verfügung nicht genannt. Klar ist: Bis Silvester gab es per EU-Pass rund 110 in Deutschland notifizierte Versicherer aus dem Vereinigten Königreich und Gibraltar, also jene Gesellschaften, die über den EU-Pass in Deutschland tätig werden durften. Die meisten hatten offensichtlich keine Bestände mehr mit deutschen Kunden.

Drei Versicherer nun mit Sitz in Deutschland

Inzwischen haben drei britische Unternehmen bei der BaFin eine Geschäftserlaubnis für Deutschland  beantragt und erhalten. Es handelt sich dabei um die Sachversichere

  • Domestic & General Insurance,
  • Markel International Insurance und
  • New Line Insurance Company.

Keine Übersicht besitzt die BaFin über Versicherer, die ihren Sitz aus Großbritannien in andere EU-Länder verlegt haben und von dort weiter mit dem EU-Pass agieren können. Dazu gehört zum Beispiel Standard Life International, deren Geschäfte mit den europäischen Kunden und Vertriebspartnern schon geraume Zeit über eine Niederlassung in Dublin laufen.

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