Betriebsrente: Wer gut informiert ist, macht meist auch mit

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Trotz kräftiger Förderung hakt das bAV-Geschäft vor allem in kleinen Firmen. Das liegt auch an der mangelhaften Information der Arbeitnehmer. In der Großindustrie ist die Lage kaum besser, so eine Studie. Wie lassen sich Wissenslücken schließen?

Jeder fünfte Arbeitnehmer glaubt, dass sein Arbeitgeber keine bAV bietet, sagt André Geilenkothen. Bild: Aon

„Jeder fünfte Arbeitnehmer ist überfragt und unterstellt, dass es keine Angebote zur bAV bei seinem Arbeitgeber gibt“, sagt Aon-Partner André Geilenkothen. Bild: Aon

Die meisten Arbeitnehmer (60,5 Prozent) wünschen sich eine höhere Leistung bzw. Rendite, um die bAV insgesamt attraktiver zu machen. Das geht aus einer Umfrage des bAV-Beraters Aon Deutschland hervor, an der rund 1.000 Angestellte aus deutschen Unternehmen mit mindestens 5.000 Beschäftigten teilgenommen haben. Der Consultant hat die Studie „Wertigkeit der bAV“ noch nicht komplett veröffentlicht, doch dem Autor liegt sie vor.

Erfahrungsgemäß sind Arbeitnehmer in der Großindustrie besser als ihre Kollegen in KMU über das Thema Betriebsrente informiert, da die Arbeitgeber traditionell eine komplett oder teilweise firmenfinanzierte bAV bieten. „Betriebsrente ist nach wie vor ausgesprochen attraktiv und folgt auf der Wunschliste gleich nach der Barvergütung“, sagt Aon-Geschäftsführer Fred Marchlewski.

Vor allem jüngere Mitarbeiter unter 30 legten aber großen Wert darauf, selbst entscheiden zu können, wie sich ihr Vergütungspaket zusammensetzt. Rund 80 Prozent dieser Altersgruppe wünschen sich ein Baukastensystem für ihre Benefits. „Innerhalb eines solchen Systems hat die bAV gute Chancen zum Bestseller – vorausgesetzt, sie kommt nicht zu kompliziert daher“, so Aon-Partner André Geilenkothen.

Mit wachsendem Alter ist bAV favorisierter Benefit

Die Relationen verschieben sich jedoch mit steigendem Alter. Bereits in der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen hat die bAV die Barvergütung eingholt. In rentennäheren Jahrgängen rückt die Altersversorgung verständlicherweise noch mehr in den Vordergrund, hat die Studie ergeben.

„Auch Angebote zur Eigenbeteiligung werden von Mitarbeitern gern wahrgenommen“, betont Marchlewski. Lücken gebe es aber immer noch bei der Information rund um die bAV. Selbst in Großunternehmen wüssten 18,8 Prozent der Arbeitnehmer nicht, ob es Arbeitgeber-Angebote zur bAV gibt, oder nähmen fälschlicherweise an, dass dem nicht so ist. Bei Geringverdienern mit maximal 2.200 Euro Monatsbrutto wissen sogar 28,4 Prozent der Befragten nicht Bescheid, berichtet Geilenkothen.

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