bAV: Bei diesen Beschäftigten steht die Entgeltumwandlung hoch im Kurs

Florian Burghardt Berater

Mit steigender Beschäftigtenzahl nutzen auch mehr Mitarbeiter die Entgeltumwandlung. Jedoch zeigen die Daten, dass die Verbreitung ab einer Betriebsgröße von 250 recht starr bei etwa 25 Prozent verharrt.

Es gibt aber von Branche zu Branche große Unterschiede. Beispielsweise sorgen im verarbeitenden Gewerbe (28,7 Prozent) und im Sektor Energieversorgung (28,4 Prozent) fast doppelt so viele Menschen per Entgeltumwandlung fürs Alter vor als im Gesundheits- und Sozialwesen (15,1 Prozent), den Sektoren Verkehr und Kommunikation (16,4 Prozent) oder der Automobilbranche (17 Prozent).

Am stärksten verbreitet ist die Form direkt an der Quelle, also bei den Angestellten von Banken und Versicherungsunternehmen (56,2 Prozent). Im Gastgewerbe liegt sie mit knapp 5 Prozent am niedrigsten. Das hier nur wenige langfristige Vorsorgeverträge abgeschlossen werden, hängt sehr wahrscheinlich auch mit der hohen Fluktuation in diesem Sektor zusammen.

Schulfach Finanzen, Opt-out-Modell

Der Studie weist auf die Wichtigkeit der bAV hin – auch wenn diese nicht verpflichtend ist – um im Alter nicht in Armut abzudriften. Ihre Autoren fordern deshalb in einem Fazit, die Verbreitung der Entgeltumwandlung unter Frauen, Geringverdienern, Teilzeitkräften, bestimmten Branchen und kleinen Betrieben zu fördern.

Dies könnte durch mehr Tarifverträge erreicht werden, ebenso wie durch mehr Aufklärung seitens der Arbeitgeber. Andere Studien zeigen immer wieder, dass noch merkliche Wissenslücken bei Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern darüber herrschen, welche Rechte sie in Sachen bAV haben bzw. was sie anbieten können und welche Vorteile das bringt. Als probates Mittel erachten die Studienautoren auch staatliches Handeln. Beispielsweise könnten die Themen Finanzen und Altersvorsorge in die (Berufs-)Lehrpläne der Schulen integriert werden - kein neuer Gedanke. Zudem wird weiterhin über die Einführung einer obligatorischen bAV für alle Arbeitnehmer diskutiert, wovon aus Sicht der Studie vor allem Geringverdiener profitieren würden.

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