bAV: Bei diesen Beschäftigten steht die Entgeltumwandlung hoch im Kurs

Florian Burghardt Berater

Eine Auswertung auf Grundlage von rund einer Million Arbeitsverhältnissen gibt Einblick in die Nutzung der Entgeltumwandlung. Ein höherer Bildungsgrad ist demnach nicht zwingend bAV-Indikator, die Branche dagegen schon.

In bestimmten Branchen ist die Verbreitung der bAV per Entgeltumwandlung deutlich weiter als in anderen – unabhängig vom Bildungsgrad oder Geschlecht der Beschäftigten. Bild: Adobe Stock/Rawpixel.com

In bestimmten Branchen ist die Verbreitung der bAV per Entgeltumwandlung deutlich weiter als in anderen – unabhängig vom Bildungsgrad oder Geschlecht der Beschäftigten. Bild: Adobe Stock/Rawpixel.com

„Wer mehr verdient verfügt auch häufiger über eine betriebliche Altersversorgung (bAV) mit Entgeltumwandlung.“ Diese Erkenntnis aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW Berlin) dürfte erst einmal nicht überraschen. Schließlich verschafft ein höheres Einkommen den Menschen stets die Möglichkeit, sich mehr Vorsorge oder Absicherung leisten zu können. Im weiteren Verlauf liefert die DIW-Studie aber deutlich konkretere Einblicke auf das Verhalten der deutschen bAV-Sparer. Der Fokus liegt dabei auf der Entgeltumwandlung, bei der ein Teil des Gehalts steuer- und sozialabgabenfrei in eine bAV eingezahlt wird und bei Auszahlung im Rentenalter der nachgelagerten Besteuerung unterliegt.

Deutliche Gender-Gap

Als Datengrundlage diente dabei die Verdienststrukturerhebung 2014 des Statistischen Bundesamtes. Diese beinhaltet Informationen aus der Lohnbuchhaltung von knapp 70.000 Betrieben mit rund einer Million Arbeitsverhältnissen. Dabei zeigt sich, dass im Jahr 2014 knapp 19 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft die Entgeltumwandlung nutzten. Männer (21,3 Prozent) sorgen deutlich häufiger auf diese Art zusätzlich fürs Alter vor als Frauen (15,8 Prozent). Dieser Unterschied ist aber fast ausschließlich auf die alten Bundesländer zurückzuführen, denn im Osten liegen beide Geschlechter eng beieinander (Männer: 16,1 Prozent; Frauen: 15,2 Prozent).

Zudem zeigt sich, dass Frauen in Teilzeitbeschäftigung deutlich zugänglicher für die Entgeltumwandlung sind. Bei unter 20 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit verfügen sie fast drei Mal so häufig über eine derartige bAV als Männer, bei 20 bis 35 Stunden immer noch fast doppelt so häufig.

Meister sparen am meisten

Losgelöst vom Geschlecht war die bAV mit Entgeltumwandlung im Jahr 2014 am stärksten unter den damals 45- bis 54-jährigen Angestellten verbreitet (22,1 Prozent). Während bei den 18- bis 24-Jährigen weniger als jeder Zehnte mitmacht (8,6 Prozent), war nach Ausbildung und Studium schon eine Verdopplung zu sehen (16,1 Prozent der 25- bis 34-Jährigen).

Zwar ergibt sich mit steigendem Bildungsgrad grundsätzlich auch eine breitere Vorsorgebereitschaft. Jedoch ist diese bei Angestellten mit Meistertitel (29,4 Prozent) deutlich größer als bei solchen mit Bachelor-Abschluss (19,4 Prozent). Diplomierte Kräfte nutzen zu 27,5 Prozent die Entgeltumwandlung, promovierte nur zu 22,3 Prozent. Bei Menschen mit einer Berufsausbildung als höchstem Bildungserfolg sind es 18,6 Prozent, bei Berufstätigen ohne Qualifikation 7,8 Prozent.

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