Altersvorsorge: Makler verlieren leicht an Marktanteilen

Martin Thaler Berater Versicherungen

Das Geschäft mit der privaten Altersvorsorge hat sich 2019 prächtig entwickelt. Die Banken konnten ihren Spitzenplatz laut neuer Vertriebswege-Studie von Willis Towers Watson weiter verteidigen. Doch beim Geschäft mit Einmal- und laufenden Beiträgen gibt es große Unterschiede.

Marktanteile von Versicherungsmaklern Bild: Pixabay/ ponce_photography

Makler sind beim Vertrieb von Altersvorsorgeprodukten der drittwichtigste Vertriebskanal. Bild: Pixabay/ ponce_photography

Beim Vertrieb von Altersvorsorgeprodukten haben Makler und Mehrfachagenturen zuletzt an Boden verloren. Laut aktueller Vertriebswege-Studie des Beratungsunternehmens Willis Towers Watson sank ihr Anteil am Neugeschäft marginal von 28 Prozent im Jahr 2018 auf 27 Prozent 2019. Damit bleiben sie weiterhin der drittwichtigste Vertriebskanal, wenn es um Lebens- und Rentenversicherungen geht.  

Ihren Platz an der Spitze behaupteten weiterhin die Banken, die unverändert auf einen Anteil von 36 Prozent am Neugeschäft kommen. Den zweiten Rang nahmen die Einfirmenvertreter ein, deren Anteil von 33 Prozent 2018 auf 32 Prozent ein Jahr später sank.  

Grundlage der Studie waren die Ergebnisse von 86 Lebensversicherern. Diese konnten ihr Neugeschäft im Bereich der Altersvorsorge deutlich steigern: Insgesamt lösten die untersuchten Lebensversicherer 2019 ein Neugeschäft nach APE in Höhe von 6,6 Milliarden Euro ein – das bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Plus von einer Milliarde Euro. Davon erzielten Produkte der privaten Altersvorsorge 4,2 Milliarden Euro – 2018 waren es noch 3,5 Milliarden Euro gewesen.  

„Die anderen Produktgruppen haben zwar ebenfalls zugelegt, aber nicht in dem hohen Maße wie die pAV, deren Anteil von 62 auf 65 Prozent gestiegen ist“, erklärte Henning Maaß, der bei Willis Towers Watson die Studie verantwortete. Nicht nur bei den Einmalbeiträgen gab es dabei ein hohes Plus (37 Prozent) zu beobachten – eine Entwicklung, die durchaus argwöhnisch betrachtet werden kann. Auch bei den laufenden Beiträgen verzeichneten die Lebensversicherer eine positive Entwicklung.  

Plus auch bei laufenden Beiträgen

„Erfreulich ist auch die Steigerung des Neuzugangs bei den laufenden Beiträgen um acht Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Dies zeigt, dass die Lebensversicherer mit ihren Produktangeboten die Bedürfnisse der Kunden treffen“, so Maaß.  

Das dürfte auch auf die Arbeit der Makler zurückzuführen sein – diese sind bei Altersvorsorgeprodukten nach laufenden Beiträgen hinter den Einfirmenvertretern mit einem Neugeschäftsanteil von 28 Prozent der wichtigste Vertriebskanal. Banken kamen hier nur auf einen Anteil von 24 Prozent – zwei Prozent weniger als noch 2018.  

Relativ dominant sind die Kreditinstitute hingegen beim Altersvorsorge-Geschäft nach Einmalbeiträgen: Hier verbuchen sie konstant einen Anteil von 44 Prozent am Neugeschäft für sich. Makler kamen mit einem Anteil von unverändert 26 Prozent auf den zweiten Rang, gefolgt von Einfirmenvertretern mit 24 Prozent Marktanteil.