Allianz-Risiko-Barometer: Unternehmen fürchten „Covid-19-Trio“

Wolfgang Zehrt Versicherungen

Pandemien sind wenig überraschend die neue große Gefahr für Unternehmen – das ergibt das aktuelle Allianz-Risiko-Barometer. Noch vor einem Jahr stand dieses Risiko weit hinten im Ranking, mittlerweile spiegelt sich die Pandemie in verschiedenen Risiken wider.

Corona-Leere Bild: Pixabay/Nicky Pe

Wegen Pandemien menschenleere Betriebs-Kantinen fürchten Unternehmen immer mehr Bild: Pixabay/Nicky Pe

Unter den größten Gefahren für Industrie und Handel schoss die Pandemie von Platz 17 unter den größten Gefahren auf Platz 2. Als die Allianz 2019 nach Unternehmens-Risiken fragte, sah gerade jeder 33te Manager Pandemien als eine Bedrohung für die Wirtschaft an: Ende 2019 begann zwar die Covid-19-Pandemie bereits, war aber noch unsichtbar. Pandemien sind allerdings auch gegenwärtig aus Sicht der rund 2.800 befragten Risikoexperten in aller Welt nicht das größte anzunehmende Übel, sondern die „Betriebsunterbrechung“.

Risiken einer vernetzten Unternehmenswelt

„Betriebsunterbrechungen“ in einer komplett vernetzten Unternehmenswelt gegen andere Risikofaktoren abzugrenzen wird immer schwerer. In procontra präzisiert die Allianz: „Betriebsunterbrechungen sind streng genommen ein Folgerisiko. Viele Ursachen können Betriebsunterbrechungen auslösen: Feuer oder Naturkatastrophen, wenn Betriebsinfrastruktur zerstört wird. Zum anderen Ereignisse, die den Betrieb und Lieferketten stören, ohne dass ein Sachschaden entsteht: Cyber, Pandemien…“ Als drittgrößtes Risiko werden von den Befragten jetzt „Cybervorfälle“ genannt, die im Vorjahr noch ganz oben auf der Gefahrenliste standen. In Deutschland halten die befragten Sicherheitsfachleute die Risiken von Cyber-Angriffen allerdings für größer als die Pandemiegefahr. „Unter Cybervorfälle verstehen wir alle Arten von internen und extern verursachten Ausfällen und Manipulationen von Daten und Systemen, also IT-Ausfälle durch Fehler oder technische Probleme, aber auch Malware oder Ransomware-Angriffe“, erläutern die Allianz-Experten in procontra.

Die Allianz-Fachleute sprechen von einem „Covid-19-Trio“ an der Spitze der Unternehmensrisiken: Die Pandemie unterbrach Handelsketten, was zu Betriebsunterbrechungen führte. Gleichzeitig nahm die Cyber-Kriminalität durch die durch die Pandemie beschleunigte Digitalisierung erheblich zu. Diese drei neuen Topgefahren für Unternehmen – Betriebsunterbrechung, Pandemie und Cybercrime – zeigen nach Ansicht von AGCS-Chef Joachim Müller „die wachsende Verwundbarkeit unserer globalisierten und vernetzten Welt“.

Handelskonflikte aktuell bedrohlicher als Klima-Wandel

Ansonsten spiegelt sich auch die allgemein als unsicher empfundene Weltlage in der Umfrage: Nach oben kletterten in der internationalen Risiko-Bewertung unter anderem "Marktveränderungen" wie der Brexit oder die Handelskonflikte zwischen den USA und China (Platz 4). Weniger im Sorgen-Fokus der befragten Manager steht derzeit der Klimawandel: Weltweit rutschte diese Sorge von Platz sieben auf Platz neun. Dies wird sich bald wieder ändern, so Michael Bruch, globaler Leiter für Nachhaltigkeitsthemen bei AGCS gegenüber der Nachrichtenagentur dpa : „Mit der Umsetzung der Impfprogramme wird die Pandemie beherrschbarer werden, und der Klimawandel wird im Jahr 2021 wieder als Priorität auf der Agenda des Managements stehen.“

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