1&1 möchte Versicherungsgeschäft ausbauen

Wolfgang Zehrt Versicherungen Berater

Die Adressen potentieller Kunden sind Gold wert und Kundenadressen hat der Telekommunikationsanbieter 1&1 reichlich: 35 Millionen Deutsche haben nach Angaben des Unternehmens bei den Portalen GMX oder Web.de ihren E-Mail-Account. Jetzt will der Telko-Riese stärker ins Versicherungsgeschäft einsteigen.

Versicherungsmarkt Bild: 1&1

In der Firmenzentrale von 1&1 lautet der Wunsch für das Versicherungsgeschäft: Steil nach oben Bild: 1&1

Neuland ist die Versicherungsbranche für 1&1 nicht: Bereits seit einigen Monaten können Kunden mit dem „Versicherungsmanager“ des Anbieters die Kosten ihrer Policen überwachen. Diese Funktion wird in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Versicherungsmakler Asuro angeboten. Nun will 1&1 laut einem Bericht der F.A.Z. einen Schritt weitergehen und mit Hilfe künstlicher Intelligenz die Mails von Versicherungsanbietern an ihre Kunden analysieren, in denen es um Vertragsanpassungen geht. Dem Kunden würde dann in Zukunft ein Kostenvergleich und Unterstützung beim Anbieterwechsel angeboten werden, so 1&1-Vorstandschef Jan Oetjen zur F.A.Z.

Dieses Angebot sei eine Alternative zu Check24 und Verivox: „In diesem Umfeld bauen wir bequeme Brücken zu alternativen Angeboten und zu Preisvergleichen. Auch wer sich nicht für Versicherungen interessiert, wird aufmerksam, wenn er seine Rechnungen oder Nachrichten zu Tariferhöhungen liest". Bereits heute können Kunden Versicherungen, darunter Hausrat, Kfz, Wohngebäude oder Berufsunfähigkeit, auf den Seiten von GMX und web.de abschließen. Auch hier wolle man das Angebot weiter ausbauen, teilte das Unternehmen gegenüber der F.A.Z. mit.

1&1: Versicherungen klar im Fokus

Hinter dem Ausbau der Versicherungs-Services steht eine grundsätzliche Unternehmens-Strategie, bestätigt ein Sprecher von 1&1 procontra: „Der digitale Versicherungsmarkt ist für uns ein spannendes Betätigungsfeld. Wir arbeiten kontinuierlich daran, das Angebot weiter auszubauen und prüfen diverse weitere Konzepte und Ideen.“ Auch bei den Abschlüssen von Strom- und Gasverträgen soll das einstige Mobilfunkunternehmen bereits zahlreiche Kunden gewonnen haben, dabei ist 1&1 Strom erst im Herbst 2019 gestartet. Mit fast 400 Millionen Euro Gewinn im Jahr 2019 sind die Kassen von 1&1 jedenfalls ausreichend gefüllt, um neue Märkte anzugehen. Vorstandschef Oetjen formuliert es so: Man werde die Ausgangslage mit 35 Millionen aktiven Mail-Postfächern nutzen, um sich „intensiv in die Wertschöpfungsketten einiger Verbraucherbranchen einzuschalten“.

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