Wiesn-Wirte klagen gegen ihre Versicherung

Martin Thaler Versicherungen Panorama

Kein Fassbieranstich, keine Karussells, keine Stimmung: Die Münchener Theresienwiese blieb aufgrund von Corona in diesem Jahr verwaist. Nun gehen einige Wirte gerichtlich gegen ihre Veranstaltungsausfallversicherung vor.

Wiesn-Wirte klagen gegen ihre Versicherung Bild: AdobeStock/ allessuper_1979

In diesem Jahr drehte sich kein Karussell auf der Münchener Theresienwiese. Bild: AdobeStock/ allessuper_1979

O'zapft is! Mit dem ersten angezapften Bierfass und dem Wunsch auf ein friedliches Oktoberfest beginnt jedes Jahr traditionell die „Münchner Wiesn“. Nicht jedoch in diesem Jahr, in dem das weltgrößte Volksfest aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt wurde.  

Nun gehen sieben Münchener Wiesn-Wirte gegen ihren Veranstaltungsausfallversicherer, die Deutsche Sport & Entertainment Versicherungsgemeinschaft DSE, vor. Eine entsprechende Klage sei am Montag am Münchener Landgericht eingereicht worden, vermeldete die Süddeutsche Zeitung. Jeder der Wirte, der pro Jahr zwischen 30.000 – 40.000 Euro an Versicherungsprämien gezahlt habe, verlange eine Entschädigung im mittleren sechsstelligen Bereich, berichtet die Zeitung weiter.  

Versicherer sieht keinen Versicherungsfall

Die DSE weigere sich aber, den Volksfest-Ausfall als Versicherungsfall anzuerkennen. Laut Wiesn-Wirt Michael Schottenhamel, Betreiber des Festzelts Schottenhamel, begründe die Versicherung ihre Weigerungshaltung damit, dass die Veranstaltung auf einer Pressekonferenz abgesagt worden sei. Einen offiziellen Verwaltungsakt hätte es nicht gegeben.  

Zudem hätten die Festzelt-Betreiber zu dem Zeitpunkt noch keine Zulassung für das diesjährige Fest gehabt. Es sei somit gar nicht sicher gewesen, ob die Wirte ihre Zelte auch in diesem Jahr auf der Münchener Theresienwiese hätten aufbauen können.  

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung zeigte sich Wiesn-Wirt Schottenhamel zuversichtlich, dass die Richter zugunsten der Gastronomen entscheiden werden. Das Landgericht München hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Gastronomen im Streit um Leistungen aus ihren Betriebsschließungsversicherungen Recht zugesprochen.

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