Trickdiebstahl: Gängige Maschen und wie man sich schützt

Anne Hünninghaus Berater Versicherungen

Insbesondere ältere Menschen werden häufig Opfer von Betrügern, die sich verschiedener Tricks bedienen, um an Geld und Wertgegenstände zu gelangen. Worauf ist zu achten und inwieweit kann man sich gegen Schäden absichern?

Trickbetrug; Bild: Adobe Stock/lettas

Auch aktuell treiben wieder Trickbetrüger ihr Unwesen und suchen sich gezielt Senioren als Opfer aus. Bild: Adobe Stock/lettas

Allein durch Trickdiebstähle am Telefon entstehen laut Experten jedes Jahr Schäden im zweistelligen Millionenbereich. Und fast jeder dritte Deutsche fürchtet sich der Studie „Die Ängste der Deutschen“ zufolge davor, Opfer eines Betrugs zu werden. Durch die Hausratversicherung abgedeckt sind die Schäden in solchen Fällen in der Regel nicht.

Auch zuletzt trieben in verschiedenen Teilen des Landes wieder Trickbetrüger ihr Unwesen. Teils gaben sie sich als Versicherungsvertreter aus und boten Senioren im persönlichen Gespräch günstige Tarife an. Vorab kassierten sie eine „Beratungsgebühr“ in bar – und verschwanden dann auf Nimmerwiedersehen. In einer ähnlichen Masche behaupten Kriminelle, Mitarbeiter oder Anwälte der Deutschen Rentenversicherung zu sein, um an das Geld oder die persönlichen Daten von Versicherten und Rentnern zu gelangen. Per Telefon, Brief, E-Mail oder an der Haustür erhält das Opfer die Info, dass die Rentenzahlung gestoppt, gekürzt oder gepfändet wird, wenn nicht schnellstmöglich eine gewisse Summe an ein bestimmtes Konto gezahlt wird. Als Opfer solcher Tricks werden meist gezielt Rentner ausgewählt.

Die gängigsten Maschen der Betrüger

Die Debeka weist aktuell auf weitere verbreitete Maschen hin. Darunter auch der klassische Enkeltrick, bei dem sich der Betrüger am Telefon ohne Nennung des Namens als Enkel des Angerufenen ausgibt („Rate mal, wer hier spricht“) und aufgrund einer vermeintlichen finanziellen Notlage um Überweisung eines Geldbetrags bittet.

Außerdem auf der Liste der – leider häufig erfolgreichen – Tricks: Betrüger geben sich als Polizisten aus, die nach angeblichen Einbrüchen in der Nachbarschaft Wertgegenstände „in Sicherheit“ bringen möchten. Oder Senioren werden mit einer Gewinnbenachrichtigung verunsichert: Ausgehändigt wird der angebliche Lotteriepreis jedoch erst nach einer Gegenleistung. Andere Kriminelle klingeln an der Tür und bitten um Eintritt verbunden mit einer kleinen Gefälligkeit, zum Beispiel ein Glas Wasser oder ein Telefonanruf. Im Moment der Ablenkung des Gastgebers stehlen sie offen herumliegenden Schmuck oder Bargeld.

Insbesondere ältere Menschen konkret vor diesen Maschen zu warnen und sie für die gewieften Methoden zu sensibilisieren, ist natürlich die effektivste Schutzstrategie. Inzwischen besteht aber unter Umständen auch die Möglichkeit, sich für den Fall der Fälle abzusichern.

Wann zahlt die Hausrat?

Es gilt: Wer sich täuschen lässt und Kriminellen Geld oder Wertgegenstände aushändigt oder sie freiwillig in die Wohnung lässt, bekommt den Verlust von der Versicherung meist nicht ersetzt. Nach den gängigen Versicherungsbedingungen besteht in der Regel die Leistungspflicht nur, wenn der Kriminelle gewaltsam in die Wohnung eindringt oder zumindest Gewalt androhen und somit Widerstand beim Opfer überwinden muss. Im Gegensatz zum Raub laufen Trickdiebstähle jedoch meistens ohne Gewalt oder konkrete Drohungen ab. Der von den Tätern angewandte psychologische Druck, lässt sich indes mit dem versicherungsrechtlichen Gewaltbegriff meist nicht vereinbaren.

Diese Lücke haben inzwischen einige Versicherer mit „Premium“- bzw- „Exklusiv“-Tarifen gefüllt, darunter die VHV und die Ideal. Auch die Debeka bietet die Möglichkeit, Trickdiebstahl in die Hausratsversicherung einzuschließen: „Geleistet wird, wenn man vom Täter getäuscht wurde, damit dieser in die Wohnung gelangen und dort versicherte Sachen entwenden konnte“, heißt es hier. Bedingung ist, dass der Diebstahl unverzüglich gemeldet wird – sowohl der Polizei als auch der Versicherung. Doch genau hier liegt oft die Krux: Fällt jemand auf einen solchen Trick hinein, überwiegt oft die Scham, so naiv gewesen zu sein. Der Fall wird also vom Geschädigten vertuscht, anstatt ihn zu melden.