Studie: Wie nachhaltig Makler die Versicherer einstufen

Detlef Pohl Berater Top News

Nachhaltigkeitskriterien werden verstärkt in der Assekuranz diskutiert, weil die Nachfrage von Anlegern steigt. Für viele Vermittler ist das noch Neuland. Wie sie die Lage einschätzen und was sich Makler von den Versicherern wünschen, zeigt eine neue Studie.

Ralf Berndt

Vermittler müssen in ihren Beratungsprozess künftig Nachhaltigkeitsrisiken einbeziehen, weiß Ralf Berndt, Vertriebsvorstand der Stuttgarter. Bild: Stuttgarter

Die Corona-Krise hat die Vertriebsstimmung etwas eingetrübt. Dennoch sind noch 49,1 Prozent der unabhängigen Vermittler zufrieden. Angesichts des erneuten Lockdowns, der mindestens bis 10. Januar 2021 andauert, überrascht der relativ hohe Zufriedenheits-Wert (voriges Quartal: 49,4 Prozent). Er resultiert vor allem aus dem seit dem Frühjahr massiv ausgeweiteten Umgang mit digitalen Tools im Arbeitsalltag.

Das sind Kernaussagen der Studie „Asscompact-Trends IV/2020“, die von der BBG Betriebsberatung stammt und an der sich bis Anfang Oktober 311 Makler und Mehrfachagenten beteiligt hatten. Im Umsatztrend liegen im Moment besonders Produkte rund um Vermögensverwaltung, Grundfähigkeiten und private Pflege.

Die umsatzstärksten Produkte

Am umsatzstärksten erwiesen sich im dritten Quartal 2021 diese Produkte (Mehrfachnennungen erlaubt):

  1. Privathaftpflichtversicherung (62,6 Prozent der Nennungen),
  2. Kraftfahrtversicherung (61,5 Prozent),
  3. Wohngebäudeversicherung (57,2 Prozent),
  4. Hausratversicherung (56,9 Prozent),
  5. Investmentfonds (55,2 Prozent),
  6. Risikolebensversicherung (53,7 Prozent)
  7. private Rechtsschutzversicherung (48,7 Prozent),
  8. BU-Versicherung (47,6 Prozent),
  9. Unfallversicherung (45,0 Prozent),
  10. Kredite von Banken (43,9 Prozent).

In einem Sonderteil geht es um die die Meinung von Maklern und Mehrfachagenten zu nachhaltigen Versicherungsprodukten. Hintergrund: Als großer institutioneller Investor steht die Assekuranz bei Vermittlern und Kunden unter besonderer Beobachtung.

Ergebnis: Die Themen Nachhaltigkeit und nachhaltiger Konsum haben in Deutschland in den vergangenen Jahren an Relevanz gewonnen, glauben 64 Prozent der Befragten. Jedoch sei der Begriff Nachhaltigkeit in der Finanz- und Versicherungsbranche noch reichlich diffus, was darunter zu verstehen ist, bleibt oftmals Auslegungssache. Fast vier von fünf Beratern verstehen darunter zunächst einmal ökologisch, ethisch und sozial ausgewogene Kapitalanlagen der Versicherer. Langfristig ausgerichtetes Management der Versicherer (70 Prozent) und dauerhafte Erfüllbarkeit von Versicherungsverträgen (68 Prozent) sind weitere Interpretationen (Mehrfachnennungen erlaubt).

Jeder Zweite berät noch nicht nachhaltig

Mehr als die Hälfte der Vermittler (54,1 Prozent) gibt an, dass nachhaltige Versicherungsprodukte in Beratungsgesprächen thematisiert wurden. Von diesen Beratern haben etwa zwei Drittel bereits nachhaltige Versicherungsprodukte vermittelt, einen Großteil davon im Bereich der Altersvorsorge, sagen 81,8 Prozent der Befragten.

Seite 1: Die umsatzstärksten Produkte
Seite 2: Wie Makler Nachhaltigkeit empfinden und welche Verscherer vorn liegen

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare