Steile These 2021: „Schattenbanken werden stärker reguliert“

procontra-Redaktion Investmentfonds Berater Top News

Türchen Nr. 5 und die Frage, welche neuen Spielregeln es braucht, um den Crash-Verstärker "Schattenbanken" besser zu kontrollieren.

Regulierung des Schattenbankensektors

Hintergrund: Großanleger hätten den Börsen-Crash im Frühjahr verstärkt, klagt der internationale Finanzstabilitätsrat an. Schärfere Spielregeln könnten die Konsequenz sein.

Bereits im Sommer 2020 gerieten Schattenbanken ins Visier der Finanzaufseher, als eine erste Auswertung der Marktturbulenzen während des Corona-Crashs vorlag. Die US-Notenbank fungierte mit ihrem Ankaufprogramm wieder mal als Retter und Stabilisator der Wirtschaft. Mit im Rettungsboot waren damit zwangsläufig auch Hedgefonds, die sich mit riskanten Wetten auf US-Staatsanleihen verzockten und dafür eigentlich auch die Konsequenzen tragen müssten.

„Es ist klar, dass wir etwas unternehmen müssen, um diese Probleme anzugehen.“   Randal Quarles, FSB-Vorsitz

Mitte November legte der internationale Finanzstabilitätsrat (Financial Stability Board, FSB) einen weiteren Bericht über die Marktturbulenzen in der Corona-Krise vor, der bestätigte, dass Großanleger den Crash verstärkt hätten. Angesichts ihrer zur Systemrelevanz gewachsenen Marktbedeutung – Ende 2018 stand der Schattenbanksektor mit 115 Billionen US-Dollar bereits für 30 Prozent des globalen Finanzvermögens – sei es an der Zeit, dass diese Akteure auch strenger reguliert werden.

Erste Vorschläge für eine stärkere Regulierung will der FSB im nächsten Jahr vorlegen. Damit sollen zunächst Geldmarktfonds widerstandsfähiger gemacht werden. „Es ist klar, dass wir etwas unternehmen müssen, um diese Probleme anzugehen“, betont der FSB-Vorsitzende Randal Quarles. Das Finanzsystem bleibe verletzlich, weil die Strukturen und Mechanismen, die die Turbulenzen verstärkt hätten, weiter existierten. 2022 sollen neue Regeln für andere Teile der Finanzwirtschaft abseits der klassischen Banken folgen.

Als Schattenbanken gelten zum Beispiel Hedge- und Kreditfonds, Geldmarktfonds und Vermögensverwalter. Ihr Einfluss auf den Finanzmarkt kommt dem der klassischen Banken gleich, nur der regulatorische Rahmen ist deutlich größer. Noch.

Prognose: Die Lehren aus der Finanzkrise 2007 führten in den USA zu einer Systemreform, die seit 2010 positiv und stabilisierend wirkt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass noch 2020 konkrete Vorschläge zur Regulierung von Schattenbanken vorgetragen und dann 2021/22 umgesetzt werden.

Schärfere Regeln für sogenannte Schattenbanken?

Eintrittswahrscheinlichkeit: 80 Prozent