Steile These 2021: „Preisverfall am Markt für Wohnimmobilien“

procontra-Redaktion Top News

Hinter Türchen Nr. 20 verbirgt sich die Frage, ob der Trend zu steigenden Immobilienpreisen im Wohnsegment 2021 enden wird.

Preisentwicklung bei Wohnimmobilien

Werden die Preise für Wohnimmobilien sinken?

Hintergrund: Der Preisanstieg deutscher Wohnimmobilien kennt kein Halten. Seit 2015 stieg der Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamts um 36 Prozent. Der Anstieg in Q2 2020 betrug fast 7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. 

Auch die Corona-Pandemie kann den Preisanstieg deutscher Wohnimmobilien nicht stoppen. Die Preise für Wohnungen sowie für Ein- und Zweifamilienhäuser stiegen laut Statistischem Bundesamt (Destatis) von April bis Ende Juni gegenüber dem Vorquartal um weitere 2 Prozent. Damit verteuerten sich Wohnimmobilien trotz Corona-Krise weiterhin sowohl in der Stadt als auch auf dem Land. Seit 2015 stieg der Häuserpreisindex damit bereits um über 36 Prozent. Bei einer so permanenten Bewegung stellt sich die Frage, ab wann der Markt als „zu teuer“ gilt und ob er sich plötzlich entlädt. 

Von einem Platzen einer Immobilienblase, falls es eine solche in Deutschland überhaupt gibt, kann jedoch keine Rede sein. Die Preisentwicklung der Vergangenheit ist geprägt von demografischen Wanderungen in Schwarmstädte und Ballungsräume sowie einem Mangel an alternativen Investmentmöglichkeiten, nicht von spekulativen Übertreibungen.

„Die Nachfrage nach Wohnimmobilien verblieb bislang, trotz Corona-Krise, auf hohem Niveau. Das kann sich fortsetzen. Sollte die Fortdauer der Pandemie die Nachfrage dämpfen, wird sich die Preisentwicklung lediglich verlangsamen.“ Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands Deutschland IVD.  

„Aufgrund des niedrigen Zinsumfelds wird der Investitionsdruck auf Investorenseite anhalten. Hiervon profitiert vor allem Deutschland, da es – auch für ausländische Investoren – der sichere Hafen in der Eurozone ist und bleibt. Hinzu kommt, dass Wohnimmobilien unterhalb des Luxussegments kaum von Konjunkturzyklen abhängig sind.“
Sonja Knorr, Leiterin Alternative Investments bei der Scope Analysis

Die hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum bleibt bestehen und stabilisiert das mittlere Preissegment. Lediglich die Preise für Luxus-Eigentumswohnungen können, aufgrund der vergangenen Übertreibungen, sinken. 

Prognose: Das Platzen der Immobilienblase ist seit Jahren eine beliebte These. Wahrscheinlicher ist sie für 2021 aber nicht geworden. 

Preisverfall am Markt für Wohnimmobilien?

Eintrittswahrscheinlichkeit: 5 Prozent 

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