Steile These 2021: „Großteil der Banken erhebt Strafzinsen bereits ab 25.000 Euro“

procontra-Redaktion Top News

Hinter Türchen Nr. 23 versteckt sich die Frage, ob Kleinanleger im kommenden Jahr mit Negativzinsen rechnen müssen.

Negativzinsen ab 25.000 Euro?

Strafzinsen künftig auch für Kleinsparer?

Hintergrund: Mehr als 200 Kreditinstitute verlangen bereits Strafzinsen bei privaten Giro- oder Tagesgeldkonten. Allein im Oktober kamen 20 neue Institute dazu. Auch die ING erhebt neuerdings ein Verwahrentgelt.   

Die anhaltende Zinssituation führte zu einem Paradoxon in der Finanzwelt: dem Negativzins. Er bewirkt auf Schuldnerseite, dass Kredite nicht vollständig zurückgezahlt werden müssen. Auf der anderen Seite werden Sparer abgestraft, wenn sie zu viel Geld auf ihrem Giro- oder Tagesgeldkonto horten. Hier erheben immer mehr Banken ein sogenanntes „Verwahrentgelt“, vorrangig für Neukunden und ab einem bestimmten Guthaben.

Damit geben die Geldhäuser ihre eigene Belastung an ihre Kunden weiter. Seit 2019 liegt ihr Einlagenzins bei der EZB bei minus 0,5 Prozent. Das halten immer weniger Banken aus. Zuletzt reihte sich sogar die ING als Deutschlands größte Direktbank mit ein. 0,5 Prozent pro Jahr sind für ING-Neukunden seit dem 4. November 2020 fällig, wenn sie über 100.000 Euro auf ihrem Girokonto haben.  

Angeführt wird die Liste der mittlerweile über 214 Banken von der Bank 1 Saar, die ein Verwahrentgelt in Höhe von 0,75 Prozent pro Jahr, für Neukunden bereits ab einem Freibetrag von 10.000 Euro und für Bestandskunden ab 100.000 Euro, erhebt. Das ermittelte eine biallo-Untersuchung unter 1.300 Banken und Sparkassen. 

Die Zinssituation bleibt unverändert. Kredite werden aufgrund der unsicheren Corona-Folgen restriktiver vergeben, was die Tresore der Banken weiter füllt.  

 

PROGNOSE: Das bislang verbreitete Kriterium für Strafzinsen „Neukunden ab 100.000 Euro“ wackelt. 2021 könnte es vermehrt Bestandskunden und geringere Guthaben treffen. Eine Absenkung des Freibetrags auf 25.000 Euro erscheint drastisch, aber nicht unwahrscheinlich. In Einzelfällen ist sie bereits Realität. 

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Eintrittswahrscheinlichkeit: 65 Prozent

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