Steile These 2021: „Großfusion unter den Top-Maklerpools“

procontra-Redaktion Versicherungen Top News

Hinter Türchen Nr. 16 steckt die Frage, ob sich die großen Maklerpools im kommenden Jahr vermehrt zusammenschließen werden.

Maklerpools am Scheideweg – wohin entwickelt sich der Poolmarkt?

Hintergrund: Die unausweichliche Konsolidierung des Poolmarktes wird seit Jahren als Sau durchs Dorf getrieben. Passiert ist bislang wenig. Doch der steigende Digitalisierungsdruck und die wachsende Tech-Konkurrenz durch Amazon, Google & Co. wird selbst für große Pools immer mehr zur Kraftprobe.

Rund 30 Pools, Verbünde und Servicedienstleister buhlen um die Gunst der freien Makler und Vermittler. Die Angebote haben sich in den vergangenen Jahren dabei immer mehr angeglichen und sind marktweit auf einem hohen Niveau. Eine Konsolidierung ist naheliegend, lässt aber seit Jahren auf sich warten. Meist verweisen die großen Pools auf die kleineren Marktteilnehmer, die den Anforderungen der Branche, vor allem hinsichtlich der Digitalisierung, weniger gewachsen seien. Doch wie groß sind selbst Fonds Finanz, Jung, DMS & Cie. (JDC) oder Netfonds, wenn die Tech-Giganten Amazon und Google den Markt betreten? Eine Fusion könnte also auch die großen Pools zunehmend beschäftigen, um nicht selbst zur Maus zu werden.

„Eine große Fusion würde zwar der Industrielogik folgen, da große Synergien gehoben werden könnten. Ich bin mir dennoch sicher, dass dies nicht passieren wird. Die Gesellschafterstrukturen der marktführenden Pools sind derzeit so, dass keiner die Führung abgeben will“ Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstand bei JDC

Maxpool-Vorstand Oliver Drewes sagt „niemals nie“, sieht aber alle großen Poolgesellschaften solide und wachstumsstark unterwegs und keine Fusionen in Sicht. blau-direkt-Chef Oliver Pradetto glaubt jedoch, „dass kein Pool oder Vertrieb in Deutschland aktuell allein die digitale Aufstellung und erforderliche Größe hat, um allein gegen neue Herausforderer wie Amazon oder Ping An zu bestehen“.

Daher brauche es eine Konsolidierung des Marktes, in der sich verschiedene Pools zusammenschließen. „Das kann in Kooperationen, wie wir diese mit der Pool-EU vorantreiben, oder durch Zusammenschlüsse oder Übernahmen geschehen“, so Pradetto. Netfonds-Vorstand Martin Steinmeyer rechnet kurzfristig mit gravierenden Veränderungen der Poollandschaft, hält sich bezüglich einer Fusion aber neutral: „Man sollte generell sinnvolle Opportunitäten prüfen. Das trifft auch auf die Poolbranche zu. Alles Weitere wird sich ergeben.“ 

Prognose: 2021 werden kleinere Pools ihre Kräfte bündeln. Für eine Fusion unter den Top-Pools müssten die Chefs ihre Alphapositionen teilen. Das ist nicht in Sicht. Hoffentlich steht man sich nicht selbst im Weg, wenn Google & Co. irgendwann ernst machen. 

Großfusion unter den Top-Maklerpools?

Eintrittswahrscheinlichkeit: 5 Prozent 

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