Steile These 2021: „Gewerbeimmobilien werden unbürokratisch in Wohnraum umgewandelt“

procontra-Redaktion Thema Immobilien Top News

Hinter Türchen Nr. 24 verbirgt sich die Frage, ob der Trend zur Umwandlung von Gewerbeflächen im kommenden Jahr für eine Entbürokratisierung der Nutzungsänderung sorgen wird.

Umwandlung von Gewerbeflächen in Wohnraumraum

Wie wird sich der Trend zum Homeoffice auf den Markt für Gewerbeimmobilien auswirken?

Hintergrund: Der Wohnungsmarkt treibt auch im Corona-Jahr zuweilen groteske Blüten. Während der Bedarf steigt, kündigen immer mehr Unternehmen an, langfristig auf die Homeoffice-Kultur umzusatteln. Eine Umnutzung leer stehender Büroburgen in Bestlage klingt naheliegend.  

Längerfristig würden bis zu 40 Prozent der weltweit 150.000 Allianz-Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, verkündete der DAX-Konzern im Herbst. Eine Corona-Folge, die sich in vielen Unternehmen wiederfindet. Auch haben viele Einzelhändler ihr Geschäft digital umgemünzt. Gleichzeitig herrscht Wohnungsknappheit. Eine Umnutzung läge nahe: Leere Ladenzeilen oder Bürokomplexe liegen oft in Top-Lage und wären bei Anlegern wie Wohnungssuchenden begehrt. 

Wenn da nicht die hohen rechtlichen Hürden wären: Eine Umnutzung regelt die Bundesland-spezifische Bauordnung, Industrie- und Gewerbegebiete sind von der Umwandlung ausgeschlossen („nur in Wohn- und Mischgebieten“), es braucht einen gewissen Abstand zum Nachbarhaus, erweiterten Brandschutz und ein oft langwieriges Genehmigungsverfahren. Wie realistisch ist also die Möglichkeit, aufgrund der aktuellen Situation das Unterfangen zu entbürokratisieren?

Andreas Wende, Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Büroimmobilien, hält das weder für wahrscheinlich noch für wünschenswert: „Wir brauchen in unseren Städten einen ausgewogenen Nutzungsmix aller Assetklassen.“ Abgesehen davon, dass es aktuell ohnehin kaum leerstehende Büroflächen gebe, werde deren Relevanz im Zuge einer modernen Stadtentwicklung eher noch steigen, so die Prognose.

„Die Themen Corporate Identity, aktivitätsbasierte und gesundheitsorientierte Flächenkonzepte, Kollaborationsmodelle und Quartiersgedanken werden zukünftig mehr im Fokus stehen. Und hier spielen Büroflächen die entscheidende Rolle.“ Andreas Wende

Bevor die Unternehmen ihre Immobilien dem Markt zur Verfügung stellen, wird sich die neue Arbeitskultur aber ohnehin erst weiter etablieren müssen, mit Schnellschüssen ist kaum zu rechnen.   

Prognose: Mit einer Entbürokratisierung und neuen rechtlichen Regelungen ist im kommenden Jahr kaum zu rechnen. 

Gewerbeimmobilien werden unbürokratisch in Wohnraum umgewandelt?

Eintrittswahrscheinlichkeit: 5 Prozent 

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