Steile These 2021: „Cyberversicherung gelingt der Durchbruch“

procontra-Redaktion Versicherungen Top News

Hinter Türchen Nr. 14 verbirgt sich die Frage, ob der Markt für Cyber-Versicherunge den hohen Erwartungen für das kommende Jahr gerecht werden wird.

Werden wir Cyberversicherungen im nächsten jahr als einen Standard sehen?

Hintergrund: Die Cyberversicherung sei die Feuerversicherung des 21. Jahrhunderts, werden Experten nicht müde zu betonen. Allein für Deutschland wurde das Prämienvolumen auf 15 bis 26 Milliarden Euro bis 2036 geschätzt. Laut GDV betrug der Gesamtbestand 2019 aber insgesamt nur 60.000 Policen – lediglich 10.000 mehr als im Vorjahr. Angesichts von 3,5 Millionen Betrieben in Deutschland fällt die Entwicklung bislang enttäuschend aus. 

Virtuelle Meetings, Homeoffice-Kultur, aber auch die kommende elektronische Patientenakte zeigen, dass die Digitaldynamik inzwischen weite Teile des Lebens erfasst hat. Damit wächst auch die Zahl der Cyberkriminellen, die sich Lücken im System zunutze machen.

Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bilden sie inzwischen die weltweit umsatzstärkste Kriminalitätssparte und sorgen allein in Deutschland jährlich für einen Schaden von mehr als 50 Milliarden Euro. Die Bedrohung ist da – und kann Unternehmen wie Privatleute in tiefe Krisen stürzen. Laut „Allianz Risk Barometer 2020“, für das mehr als 2.700 Risikoexperten befragt wurden, nehmen Hackerangriffe, Schadsoftware & Co. den zweiten Platz hinter Betriebsunterbrechungen ein. Dafür wäre in Form der Cyberversicherung eigentlich ein Impfstoff gefunden – nur wird er bislang wenig genutzt. 

„Unlängst berichtete ein Hochschuldozent davon, dass 95 Prozent seiner Informatikstudenten den Begriff Cyberversicherung noch nicht einmal kannten, geschweige denn sich ein Bild über mögliche Leistungen machen konnten. Die Vermittler berichten von einem völlig fehlenden Verständnis über die Gefahren und damit verbundenen Risiken der Digitalisierung in Unternehmen und bei Privatpersonen“ der auf das Thema spezialisierte Makler Mike Amelang

Sind zumindest Großkonzerne und Staat in der Abwehr aktiv, ist die Dringlichkeit bei Kleinunternehmen und Mittelständlern noch nicht angekommen. Amelangs Vorschlag: „Der Staat sollte Schutzmaßnamen beim Umgang mit der Digitalisierung vorgeben und prüfen.“ Über einen solchen Zwang – verbunden mit Bußgeldern bei Nichtbeachtung – habe sich einst auch die Anschnallpflicht im Auto als selbstverständlich etabliert. Dass eine solche Pflicht im kommenden Jahr eingeführt wird: äußerst unwahrscheinlich. Aber die Corona-Krise vervielfältigt die Schadensfälle und führt immerhin dazu, dass sich auch kleine Unternehmen zunehmend mit dem Thema auseinandersetzen. 

Über einen solchen Zwang – verbunden mit Bußgeldern bei Nichtbeachtung – habe sich einst auch die Anschnallpflicht im Auto als selbstverständlich etabliert. Dass eine solche Pflicht im kommenden Jahr eingeführt wird: äußerst unwahrscheinlich. Aber die Corona-Krise vervielfältigt die Schadensfälle und führt immerhin dazu, dass sich auch kleine Unternehmen zunehmend mit dem Thema auseinandersetzen.  

Prognose: Leichte Anstiege bei Cyberschutzpolicen sind realistisch. Der Nutzen und das Leistungsspektrum bleiben aber schwer zu vermitteln, auch die Tarifwelt ist noch nicht ausgereift. Hinzu kommen finanzielle Engpässe durch die Corona-Folgen. Zum Kassenschlager werden Cyberpolicen im kommenden Jahr noch nicht. 

Cyberversicherungen gelingt der Durchbruch?

Eintrittswahrscheinlichkeit: 10 Prozent